Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Windows Vista: SP1 als Download für alle (Update)

Viele verschiedene Verbesserungen versprochen. Ab sofort steht das Service Pack 1 für Windows Vista als Download bereit. Das Patch-Paket verspricht verschiedene Verbesserungen für Windows Vista, besonders für Notebook-Anwender. Für die Installation des Service Pack 1 (SP1) sollte allerdings einige Zeit eingeplant werden.
/ Ingo Pakalski
150 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Notebook-Besitzern verspricht Microsoft, dass Windows Vista mit installiertem Service Pack 1 weniger Strom verbraucht, so dass der Akku länger durchhalten soll. Denn bislang ist der Stromverbrauch von Windows Vista deutlich höher als von Windows XP, was sich in kürzeren Akkulaufzeiten bemerkbar macht. So haben die c't-Kollegen ( c't 5/2008(öffnet im neuen Fenster) , Seite 131) kürzlich die Akkulaufzeit eines Tablet-PC einmal mit Windows XP und mit Vista getestet. Mit Windows XP konnte der Tablet-PC 5,5 Stunden genutzt werden, mit Windows Vista hingegen musste das Gerät nach 4,5 Stunden schon wieder an die Steckdose. Allerdings konnte c't auch nach Einspielung des SP1 keine signifikanten Unterschiede ausmachen ( c't 5/2008(öffnet im neuen Fenster) , Seite 60).

Aber auch eine weitere versprochene Verbesserung dürfte vor allem Notebook-Nutzer erfreuen: So sollen Geräte mit installiertem Service Pack 1 schneller aus dem Stand-by- oder Ruhezustand erwachen. Außerdem wurde die Benutzerkontenverwaltung überarbeitet, die nun weniger Nachfragen liefern soll. Denn viele Nutzer schalteten diese nützliche Sicherheitsfunktion einfach ab, weil sie von den mehrfachen Sicherheitsabfragen genervt waren. Durch eine Verringerung der Sicherheitsabfragen der Benutzerkontenverwaltung will Microsoft dieser Entwicklung entgegentreten.

Als weitere Verbesserung nennt der Softwarekonzern, dass Dateien schneller kopiert, verschoben sowie ge- und entpackt werden, wodurch das Gesamtsystem allgemein schneller arbeiten sollte. Die eingebaute Verschlüsselung "BitLocker" kann nun nicht mehr nur die Systempartition, sondern auch jedes andere lokale Laufwerk schützen. Das gilt auch für externe Festplatten, für die man dann aber den Schlüssel auf einem USB-Stick speichern sollte. Zudem kann BitLocker nun auch für maximale Sicherheit eine PIN, den Schlüssel auf einem USB-Stick und ein TPM gemeinsam nutzen. Weiterhin ist BitLocker nur in den Vista-Editionen Ultimate und Business enthalten.

Das integrierte Defragmentationsprogramm von Windows Vista kann nun auch nur auf einzelne Partitionen losgelassen werden - bisher wollte es unverständlicherweise stets alle Festplatten defragmentieren. Weiterhin wird der Vorab-WLAN-Standard 802.11n vollständig von Windows Vista unterstützt und das Betriebssystem kommt jetzt besser mit Smart-Cards klar, die mit einer biometrischen Authentifizierung arbeiten. Durch interne Verbesserungen sollen künftig mehr Updates ohne Neustart installiert werden können.

Bislang war die Desktopsuche von Windows Vista als Standardsuche im Betriebssystem angemeldet. Dagegen hatte sich Google beim US-Justizministerium beschwert , so dass es mit dem Service Pack 1 möglich ist, eine andere Desktopsuche als Standard festzulegen, so dass die Microsoft-Software nicht mehr verwendet wird.

Zudem enthält das Service Pack 1 für Windows Vista bisherige Sicherheits-Patches und Fehlerkorrekturen, um die Stabilität und Zuverlässigkeit des Betriebssystems allgemein zu verbessern. Insgesamt enthält das Service Pack mehr als 500 unterschiedliche Updates. Darüber hinaus wurde die Kompatibilität verbessert und das zugehörige Support-Dokument(öffnet im neuen Fenster) listet nur noch wenige Applikationen, die Probleme mit Windows Vista haben sollen.

Bei der Installation sollte man allerdings Geduld mitbringen. Nach Microsoft-Angaben soll es bis zu 2 Stunden dauern, bis das SP1 installiert ist. Im Laufe der Aktualisierung muss das Betriebssystem mehrmals neu gestartet werden. Nach der Installation des SP1 soll sich Windows Vista paradoxerweise erst einmal etwas träger anfühlen. Das liegt daran, dass der Cache für "SuperFetch" durch das SP1 zunächst geleert wird. Damit lädt Windows Vista häufig benutzte Anwendungen schon auf Verdacht in den Speicher, was bei häufig genutzten Windows-Vista-Installationen für das spürbar schnellere Starten von Programmen verantwortlich ist. Erst nach einigen Stunden oder Tagen soll SuperFetch so weit trainiert sein, dass das System wieder so schnell reagiert wie zuvor.

Das Service Pack 1 für Windows Vista steht ab sofort unter anderem in deutscher Sprache als Download(öffnet im neuen Fenster) bereit und kann auch manuell über Windows-Update geladen werden. Vor der Installation des SP1 müssen Anwender zwei Patches einspielen , wovon einer allerdings nach dem letzten Kenntnisstand weiterhin fehlerhaft ist . Voraussichtlich im April 2008 wird Microsoft nach eigener Aussage das Service Pack 1 dann auch über Windows Update automatisch verteilen, wenn die automatische Update-Funktion aktiviert ist.

Nachtrag vom 19. März 2008 um 11:30 Uhr:
Entgegen dem Versprechen von Microsoft wird das Service Pack 1 für Windows Vista bereits automatisch installiert, wenn das automatische Update des Betriebssystem aktiviert wurde. Eigentlich war dieser Schritt erst für Mitte April 2008 geplant.


Relevante Themen