Spieletest: So Blonde - Paris Hilton auf Monkey Island
Langhaaringe Blondine erlebt das ganz große Abenteuer – am PC. In Adventure-Kreisen genießt Steve Ince einen durchaus guten Ruf – schließlich konnte er bereits an diversen erfolgreichen Point-and-Click-Titeln federführend mitwirken, etwa der Baphomets-Fluch-Reihe. So Blonde heißt sein jüngstes Projekt, und das konnte schon im Vorfeld für viel Aufsehen sorgen. Einerseits aufgrund der jungen blonden Heldin. Und andererseits aufgrund des Szenarios, das dem von Monkey Island ganz schön ähnlich ist.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Reichtum schützt vor Katastrophen nicht, wie die 17-jährige Sunny Blonde am eigenen Leib erfahren muss. Eben befand sie sich noch an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffs, da setzt plötzlich ein Unwetter ein, bringt das Schiff in Seenot und spült sie über Bord. Zwar überlebt sie, findet sich aber an der Küste einer ihr unbekannten Insel wieder. Fortan muss sie nicht nur auf Handy und Make-up, sondern auch auf diverse Luxusgüter verzichten, die normalerweise ihr Leben erträglich machen.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Die Liste der Probleme endet an dieser Stelle allerdings nicht. Sunny muss noch mit weiteren Widrigkeiten zurechtkommen, von denen ihre nicht allzu groß ausgeprägte Intelligenz die harmloseste ist. Schwerer wiegt da, dass sie offensichtlich in einer anderen Zeit gelandet ist: Die Ureinwohner der Insel haben von Telefonen jedenfalls noch nichts gehört. So gilt es, zu Beginn (nach dem Aufsammeln der lebenswichtigen Kosmetika) herauszufinden, wo, mit wem und in welchem Jahrhundert sie sich befindet, bevor überhaupt an die Rückreise und das Auffinden von Familie und Freunden zu denken ist.
In klassischer Point-and-Click-Manier führt sie fortan Gespräche, sammelt Gegenstände, löst Rätsel und erschließt immer neue Gebiete, die sich bereisen lassen. Dabei entpuppt sich So Blonde – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Adventures der letzten Zeit – immer wieder als echte Herausforderung für die grauen Zellen.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Wo zuletzt immer mehr Entwickler auf linear zu lösende Aufgaben, eher kleine Umgebungen und überschaubare Inventare setzten, ist So Blonde deutlich umfangreicher und weitläufiger. Adventure-Profis können sich darüber freuen, dass ein geradliniges Auflösen der Story hier eben nicht so ohne weiteres funktioniert. Dennoch werden sich nicht nur Einsteiger zum Teil richtig ärgern – über unlogische Aufgaben sowie streckenweise fehlende Hinweise und Tipps, die ein häufiges Herumprobieren und das mehrfache Zurücklegen immer derselben Wege erfordern. Auch technisch patzen die Entwickler stellenweise: Sunny will nicht immer so, wie es der Mauszeiger vorgibt, und zickt ab und zu herum. Überhaupt gab es in jüngerer Vergangenheit einige Adventures, die sich komfortabler bedienen ließen. Auch die gelegentlichen Arcade-artigen Minigames, die eigentlich Abwechslung ins Spiel bringen sollen, wirken lieblos integriert – und weder spielerisch unterhaltsam noch technisch überzeugend.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Die Zeichentrickgrafik allerdings passt hervorragend zu den charmanten Figuren und dem sympathischen Ambiente. Auch die Sprachausgabe überzeugt: Unter anderem sorgen Hermine-Granger-Sprecherin Gabrielle Pietermann, Tetje Mierendorf und Christine Pappert dafür, dass die amüsanten und glücklicherweise meist nicht platten Dialoge auch im Deutschen funktionieren. Einige der Gags wirken allerdings dennoch etwas zu bemüht und wollen nicht so recht zünden – Sprachwitz und Plattitüde liegen hier häufig recht dicht beieinander.
So Blonde ist für Windows-PCs erhältlich und kostet rund 40,- Euro. Als minimale Hardware wird ein PC mit Windows 2000/XP/Vista mit 512 MByte RAM sowie einem Prozessor mit 1,6 GHz angegeben. Zudem sollten 3 GByte auf der Festplatte frei sein und eine Grafikkarte mit mindestens 64 MByte im Rechner stecken.
Fazit: Eine nicht übermäßig intelligente, aber durchaus sympathische Heldin, ein schönes Szenario, meist witzige Dialoge: So Blonde ist in vielen Punkten gelungene Adventure-Kost. In Sachen Bedienung und Rätseldesign mangelt es allerdings zum Teil deutlich an Feinschliff. Etwas mehr Logik, ein strafferes Gameplay und etwas übersichtlichere Aufgaben hätten dem Spiel gut getan – auch wenn unterm Strich immer noch ein durchaus amüsanter und gefälliger Titel herausgekommen ist.