SyncPlayer erkennt Noten
Der SyncPlayer(öffnet im neuen Fenster) ist ein Programm zum Abspielen von MP3-Dateien, das die Informatiker aus Bonn und Saarbrücken mit einigen Zusatzfunktionen versehen haben. So ist es zum Beispiel möglich, ein klassisches Musikstück abzuspielen und gleichzeitig die Partitur zu verfolgen. Das funktioniert auch in die andere Richtung: Klickt man innerhalb der Partitur auf einen bestimmten Takt, wird dieser abgespielt.
Allerdings erlaubt die Software nicht nur das synchrone Hören und Betrachten der Noten eines Stückes. Sie ermöglicht auch den Vergleich verschiedener Interpretationen. Dazu listet der Player verschiedene Interpretationen auf, zum Beispiel Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie, dirigiert von Leonard Bernstein, von Herbert von Karajan und von Wolfgang Sawallisch. Im Player werden alle drei Versionen der "Schicksalssymphonie" synchron abgespielt. Der Nutzer kann nun zwischen den Versionen wechseln und die Interpretationen der verschiedenen Dirigenten miteinander vergleichen, etwa was Tempus oder Phrasierung angeht.
Sehr praktisch für Musikliebhaber ist auch die Suche nach gleichen Melodien. Der Nutzer spielt dann in dem Player ein Thema aus einem beliebigen Musikstück an und lässt die Software nach ähnlich klingenden Notenfolgen suchen. Die Ergebnisse werden so dargestellt, dass der Nutzer zum einen sieht, in welchen Stücken die gesuchte Sequenz vorkommt. Zudem kann er gleich an die entsprechende Stelle in dem Stück hineinspringen.
Doch der SyncPlayer sucht nicht nur nach musikalischen Themen, sondern auch nach Liedtexten. Dazu gibt der Nutzer einfach eine Textzeile in ein Suchfeld ein. Die Software durchsucht dann ihre Datenbank und listet die Fundstücke auf. Auch hier bekommt der Nutzer die Möglichkeit, gleich die entsprechende Stelle in einem Lied abzuspielen.
Anwendungsmöglichkeiten für die Software sehen die Wissenschaftler vor allem im Bildungsbereich, etwa im Musikunterricht. Eine andere Möglichkeit wäre die Aufbereitung großer Bestände von Musikstücken, die sowohl als Tonaufnahmen als auch als Partituren vorliegen. Mit Hilfe der Software ließen sich die verschiedenen Formate zusammenführen.