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Interview: Computerspiele, die emotionalste Form von Medien

Prof. Kaminski (Foto: Jürgen Sleegers)
Prof. Kaminski (Foto: Jürgen Sleegers)
Golem.de: Müsste man nicht den Eltern und Pädagogen Medienkompetenz beibringen - und nicht den Kindern oder Jugendlichen?

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Prof. Kaminski: Ja, das ist die Frage. Aber natürlich auch eine andere Frage, nämlich: "Für wen? An wen denke ich, wenn ich diese pädagogischen Dimensionen anspreche?" Bei den Eltern bzw. bei denen, für die das Medium immer noch neu zu sein scheint, geht es zunächst um Informationsbeschaffung. Dazu braucht es eine Bereitschaft, sich auf die anderen Arten des Umgangs mit und in Medien einzulassen, und nicht immer das eigene Modell der Vergangenheit als das normativ allein selig machende anzusetzen. Das ist auch ein Punkt, der mich immer wieder verblüfft: Es wird ja oft gesagt, man müsse auch kritisch mit Medien umgehen. Doch gemeint ist nichts anderes als eine normative Bewertung - und zwar eigenen Normen entsprechend. Das kann ja kein kritischer Umgang sein, denn sie wissen nichts von den Medien, sondern nur von ihren Normen. Sie haben eine Meinung darüber, was gut oder schlecht ist - aber sie lassen sich gar nicht auf den Gegenstand ein. Und überprüfen auch nicht, ob die Normen adäquat sind. Das passiert insbesondere in der älteren Generation sehr oft, dass ästhetische Fragen mit ethischen Fragen verwechselt werden. Aber das sind ja zwei ganz verschiedene Dinge. Über Geschmackliches lässt sich zum Glück streiten, aber die ethischen Dimensionen etwa des Spielens, das sind ganz andere Fragen! Dort kommt man nicht mit schnellen Ja-Nein-Antworten weg, denn auch bei "Mensch Ärgere Dich Nicht" schlage ich jemanden. Schach hat sich aus einem militärischen Strategiemodell entwickelt.

Golem.de: Was ist denn für Sie der Unterschied zwischen Computerspielen und beispielsweise Schach?

Prof. Kaminski: Es ist der Abstraktionsgrad, der anders ist. Das Schachspiel mit den Dingen vor mir, mit dem realen, physischen Bewegen der Figuren, mit dem direkt gegenübersitzenden Spieler. Das ist eine eher intime Beziehung. Wenn ich jetzt dagegen ein Computerspiel spiele, muss ich eine ganz bestimmte Medienfunktionalität mitbringen. Ich muss - obwohl natürlich auch bei Schach viel Kognitives gefragt ist - auf einer noch mal abstrahierten Ebene agieren. Und ich muss mich bereit zeigen, dass ich nicht unmittelbar die Figur in die Hand nehmen kann, sondern dass ich ein vermittelndes Werkzeug brauche. Die Maus, die Tastatur, ein Lenkrad oder andere Steuergeräte. Insofern ist das Computerspiel in einer nochmals gesteigerten Weise mediatisiert. Denn obwohl das offensichtlich auch Mittel zum Spielen sind, liegt doch in dieser gesteigerten Indirektheit der Unterschied.

Golem.de: Welchen Beitrag leistet denn die Clash of Realities für das Feld der Medienkompetenz?

Prof. Kaminski: Ich wäre froh, wenn wir es erreichen könnten, jedes Mal neu zu zeigen, dass es in der Computerspielforschung eben nicht nur eine Fragestellung gibt. Es gibt keinen Bereich, der dominant über Wohl und Wehe der Computerspiele in der Öffentlichkeit zu entscheiden hat. Wir haben es mit einem Medium zu tun, das berechtigterweise traditionell von den Medien- und Kulturwissenschaften befragt wird. Computerspiel muss sich aber auch den Fragen der Medizin, der Psychologie und der alltagsbezogenen Pädagogik stellen. Genauso ist es Teil der Kreativwirtschaft und bedarf dementsprechend der ökonomischen Beleuchtung, während auf der anderen Seite auch über die Spieler und Spielerinnen nachzudenken ist. Keine Disziplin hat hier ein Vorrecht, sondern es sind eher Komplemente, die zusammengenommen das Bild ergeben. Das ist mir ganz wichtig, dass man nicht dieses Scheuklappenmodell hat nach dem Motto: Wir sind die richtigen Wissenschaftler, wir haben die Wahrheit. Oder wir sind die Kriminologen, und weil wir uns mit Verbrechen auskennen, wissen wir, was da auf dem Bildschirm vorgeht. Das halte ich für sehr vordergründig.

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Supporter 16. Mär 2008

Ergänzung: Ok die Ausraster gingen nicht ganz soweit aber das hängt auch immer mit den...

Felinenfoerderer 14. Mär 2008

Empathieverluste, kaputte Konzentrationsfähigkeit, Islamismus, Imaginismus künstlicher...

Stonk 13. Mär 2008

Was hast du gegen Homos? Die machen doch keinem was.

Hotohori 13. Mär 2008

"Sie haben eine Meinung darüber, was gut oder schlecht ist - aber sie lassen sich gar...


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