Computer reagiert auf Fingerzeig
Es sah schon etwas merkwürdig aus, was die Besucher des Standes des Heinrich-Hertz-Instituts vollführten: Sie stießen mit spitzem Finger in die Luft oder führten mit zwei Händen Bewegungen aus, die von einem düsteren Ton untermalt wurden. Dabei ist das Gerät mit dem Namen iPoint Presenter(öffnet im neuen Fenster) alles andere als bedrohlich, das Projektleiter Paul Chojecki präsentierte.
Dann demonstriert er, was man mit dem iPoint alles machen kann: Er nimmt ein Bild, das auf dem Desktop liegt und zeigt darauf. Ein wenig sieht es aus, als wolle er es mit seinem Finger aufspießen. Tatsächlich hat er das Bild gerade angeklickt. Aus dem Mauszeiger wird eine Faust. Sofort ertönt einer der dumpfen Töne. Sie zeigten an, dass nun eine Aktion möglich ist, sagt Chojecki und zieht das Bild über den Bildschirm. Dann zeigt er auch mit dem zweiten Zeigefinger darauf. Der Ton ändert sich und nun kann er das Bild drehen oder – ähnlich wie auf dem iPhone – vergrößern und verkleinern. Da die Finger im dreidimensionalen Raum agieren, kann Chojecki auch das Bild in drei Dimensionen bewegen. Es lässt sich also auch kippen. Das ist beispielsweise für Google Earth interessant, wo sich das Satellitenbild derzeit nur über einen Behelfsmechanismus kippen lässt.
Kernstück des iPoint sind zwei nebeneinander angebrachte Infrarotkameras. Sobald ein Finger in ihrem Fokus auftaucht, werde der Finger an der Form und an der Hautbeschaffenheit erkannt und seine Bewegungen verfolgt, erklärt Chojecki. Dabei sei es egal, ob sich die Kameras wie am CeBIT-Stand in einem kleinen Kasten auf dem Boden befänden oder in die Decke eingelassen seien.
Der iPoint Presenter hat einige Vorteile gegenüber einer konventionellen Maus: So wird diese auf einer waagerechten Fläche bewegt, der zu bewegende Zeiger hingegen befindet sich auf einem senkrecht stehenden Bildschirm. Bei iPoint hingegen bewegen sich Mauszeiger und Finger in der gleichen Ebene – auch wenn die dreidimensionale Steuerung per Mausfinger anfänglich einige Schwierigkeiten bereitet. Eingängiger, als Fotos zu schieben oder zu kippen, war da die Steuerung des Spiels, das die HHI-Forscher zur Demonstration mit nach Hannover gebracht hatten: Bei Pong reicht es, den Finger auf- oder abwärts zu bewegen, um den Schläger zu steuern.
Andere Anwendungen sieht Chojecki schließlich im Home-Entertainment-Bereich sowie im intelligenten Haus. "Man könnte so zum Beispiel den Fernseher bedienen. Dann müsste man nicht mehr nach der Fernbedienung suchen, die so gern zwischen die Sofakissen rutscht" , sagt er. Auch Haushaltsgeräte oder Lichtschalter ließen sich so steuern. Letzteres testen die HHI-Forscher gerade.
Schwierig, erzählt Chojecki, sei es dabei, geeignete Gesten für die Interaktion zu finden. Der Klick wird derzeit durch das Deuten ausgelöst oder dadurch, dass der Finger eine Weile lang nicht mehr bewegt wird. Das sei recht eingängig und allgemein verständlich. Weitere Gesten für komplexere Aktionen, etwa das Greifen, seien schwieriger umzusetzen. Auch hier sieht Chojecki noch Entwicklungsbedarf.
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