Electronic Arts will Take 2: Der aktuelle Stand
Am 24. Februar 2008 wurde bekannt: Electronic Arts will den Konkurrenten Take 2 übernehmen. Rund 2 Milliarden Dollar hatte EA-Chef John Riccitiello geboten – doch Strauss Zelnick, sein Gegenspieler bei Take 2, fand das Angebot zu niedrig. Und den Zeitpunkt unpassend. Erst müsse die Entwicklung und Veröffentlichung von GTA 4 abgeschlossen sein, dann könne man weitersehen; nach aktuellem Stand erscheint der Titel am 29. April 2008.
Vier Tage nach dem Angebot: Strauss Zelnick meldet sich erneut zu Wort. Angeblich kennt er Überlegungen von weiteren Firmen, Take 2 zu kaufen. Namen nennt er allerdings nicht – weshalb unklar bleibt, ob es sich bei seinen Äußerungen womöglich um ein Manöver handelt, das den Preis in die Höhe treiben soll.
Wenige Tage später kommentiert John Riccitiello sein Angebot. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegenüber spielte er die Bedeutung des Deals herunter: "Take 2 ist nur ein kleiner Spieleverlag. Damit meine ich nicht die Entwicklungsstudios, sondern die Firma als ganze. Die ist zu klein und kann sich nicht die Investitionen leisten, die für das Verlagsgeschäft nötig sind, zum Beispiel für den Vertrieb."
Seitdem halten sich beide Unternehmen mit Statements zu der Übernahme zurück. Am 5. März 2008 hatte Zelnick auf eine entsprechende Frage der Zeitschrift Hollywood Reporter nur wenige Worte übrig: "Sie haben ein Angebot gemacht, wir haben abgelehnt. Nächstes Thema!".
Hinter den Kulissen geht der Kampf um die Macht bei Take 2 allerdings weiter. Letzter Hinweis: Jüngst hatte sich der amerikanische Anwalt Jack Thompson öffentlich zu Wort gemeldet. Thompson, der schon in der Vergangenheit medienwirksam durch bizarre Ausfälle gegenüber Take 2 und seine Produkte Bully und GTA aufgefallen war, hatte Electronic Arts ungefragt seine Hilfe bei der Übernahme angeboten und gleichzeitig Zelnick mit dem Massenmörder Jeffrey Dahmer verglichen.
Ein Sprecher von EA lehnte das Angebot ab und kommentierte kühl: "Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie sich aus dieser Angelegenheit heraushalten würden." Zudem wurde Thompson dezent an seine falschen Behauptungen über EA-Produkte erinnert – unter anderem hatte der wegen seines Auftretens in Verruf geratene Anwalt mit viel Getöse im Spiel "Die Sims" pornografische Inhalte vermutet – zu Unrecht allerdings.
Die Aktienkurse beider Unternehmen haben sich seit dem EA-Angebot am 24. Februar unterschiedlich entwickelt: Während der Kurs von Electronic Arts um gut 10 Prozent nachgegeben hat, schoss der Wert der Take-2-Papiere von rund 11 auf derzeit um die 17 Euro in die Höhe; EA hatte am Tag des Bekanntwerdens seines Angebots 26 Dollar pro T2-Aktie geboten.
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