Keine Lehrerbenotung in Frankreich
Nach Ansicht des Pariser Landgerichts stößt die Informations- und Meinungsfreiheit an Grenzen, wenn durch deren Ausübung der Bildunsgbetrieb gestört wird, berichtet die Nachrichtenagentur AFP(öffnet im neuen Fenster) . Mehrere Lehrer und ein Lehrerverband hatten gegen das Portal geklagt, das ein Pendant zum deutschen Angebot Spickmich.de darstellt.
Nach diesem Urteil dürfen französische Schüler ihre Lehrer nicht mehr benoten. Namentliche Nennungen der Lehrer auf der Seite oder in deren Diskussionforum sind nicht mehr gestattet. Schüler dürfen nur noch ihre Schule bewerten.
Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) begrüßte das Pariser Urteil in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) als "beispielgebend" . Das Urteil liege auf der Linie des Verbandes, so der Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster. "Dem Kommentar des französischen Bildungsministers Xavier Darcos, die Arbeit der Lehrer sei schwer genug und es gehöre nicht zu ihren Aufgaben, sich auch noch gegen anonyme Angriffe auf fragwürdigen Internetseiten wehren zu müssen, ist nichts hinzuzufügen" , sagte Wurster und forderte noch einmal die Schließung des deutschen Portals Spickmich.de.
Anders als die Richter in Frankreich haben ihre deutschen Kollegen bisher den Betreibern des Lehrerbewertungsportals meist Recht gegeben. Die Benotung der Lehrer durch die Schüler sei durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, urteilte Ende Januar 2008 das Landgericht Köln. Die Klägerin hatte seinerzeit Berufung gegen das Urteil angekündigt.
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