Intel kündigt Atom-Prozessor an
Nur 9 Prozent der "Functional Unit Blocks" (FUBs), oder Funktionseinheiten, sind laut Intels ISSCC-Papieren für einen einzelnen Zweck gedacht, der Rest sind Mehrzweck-Rechenwerke. Insgesamt besteht Silverthorne logisch gesehen aus 205 FUBs, die Intel entsprechend der Häufigkeit ihrer Aufrufe hintereinander platziert hat. Dadurch können sich andere Einheiten schnell abschalten und somit Strom sparen, weil bei In-Order-Verarbeitung früh feststeht, dass sie nicht unmittelbar wieder gebraucht werden.
Offenbar will Intel die Anpassungen von bestehenden Programmen, insbesondere den Betriebssystemen, möglichst gering halten. Dass die Atom-Prozessoren bei gleichem Takt dieselbe Leistung wie etwa ein Core 2 erbringen, scheint durch die In-Order-Architektur recht unwahrscheinlich. Daher sind für einen Handheld-Prozessor riesige L1-Caches von 32 KByte für Befehle und 24 KByte für Daten sowie ein 8fach assoziativer L2-Cache von 512 KByte vorgesehen.
All das will Intel mit einer Leistungsaufnahme von 0,6 bis 2,5 Watt erreichen und den Chip zunächst mit Taktfrequenzen von bis zu 1,8 GHz auf den Markt bringen. Zuvor war noch von Taktfrequenzen von 2 GHz und mehr die Rede.
Gefertigt wird der neue Mobil-Prozessor Atom in 45 Nanometern Strukturbreite, sein Die aus 47 Millionen Transistoren ist nur 25 Quadratmillimeter groß, fast ein Drittel davon besteht aus Caches. Zum Vergleich: Das Dual-Core-Die eines Penryn ist 214 Quadratmillimeter groß, beherbergt aber auch 6 MByte L2-Cache. 14 x 13 Millimeter misst das Chip-Gehäuse (Package) eines Atom.
Bereits im März 2007 hat Intel das "First Silicon" des Silverthorne hergestellt. Bedingt durch die langen Entwicklungszyklen sollen erste Geräte mit dem neuen Chip frühestens Mitte 2008 auf den Markt kommen, gedacht ist nicht mehr nur an UMPCs und "Mobile Internet Devices" (MIDs), sondern auch an Smartphones und portable Media-Player. Erste Geräte dürften aber schon auf der CeBIT zu sehen sein.
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