Neue Wege im Design

Wie wenig Designer oft auf den Nutzer eingehen, erläuterte Plattner an einem Beispiel: Winograd und er hatten eine Berliner Agentur für Arbeit besucht. Andächtig saßen die Nutzer im Computerraum vor den Terminals. Die Atmosphäre habe ihn an eine "Bibliothek oder eine Kirche" erinnert, so Plattner. Er interviewte einen etwa 50-jährigen Mann, der sich beruflich und geografisch verändern wollte: Eine neue Stelle in Süddeutschland sollte her. Finden konnte er jedoch nichts und gab die Suche schließlich auf. Plattner setzte sich daraufhin selbst vor das Terminal und fand in wenigen Minuten gleich zwei geeignete Arbeitsstellen an besagtem Ort.

Hasso Plattner (links) und Terry Winograd vor dem Computerterminal einer Berliner Arbeitsagentur (Quelle: HPI/ H. van Geel)
Hasso Plattner (links) und Terry Winograd vor dem Computerterminal einer Berliner Arbeitsagentur (Quelle: HPI/ H. van Geel)
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Winograds Fazit: Das System selbst ist gut, es verfügt über eine gute und umfassende Datenbank mit Arbeitsstellen. Allerdings scheint es an den Nutzern vorbei entwickelt: So überfordert es Arbeitssuchende, die nicht so erfahren im Umgang mit Computern sind. Außerdem ist es ausschließlich in deutscher Sprache gehalten. Das sei, so Winograd, ein grundsätzliches Problem von Software: Die Entwickler lebten in einer "künstlichen Welt" und gingen nicht genug auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Nutzer ein. Selbstkritisch gab Plattner zu, dass es auch SAP-Produkten gut tun würde, wenn die Entwickler im Vorfeld mit Nutzern sprechen würden.

Kommunikation mit den Nutzern ist deshalb das erste Gebot für die Studenten der d.schools. Schon bald nach Gründung einer Arbeitsgruppe schwärmen deren Mitglieder aus, um mit den künftigen Nutzern in Kontakt zu treten. "Geht hinaus! Sprecht mit den Menschen, beobachtet sie - aber geht mit Fragen hinaus, nicht mit vorgefertigten Meinungen", bringt Winograd seinen Studenten bei. Nur so könnten Designer nutzergerechte Produkte erschaffen.

Als zweiten Erfolgsfaktor setzen die d.schools auf Interdisziplinarität. Dadurch treffen in einer Arbeitsgruppe unterschiedliche Sichtweisen und Hintergründe aufeinander. So kommen die 40 Studenten des ersten Potsdamer Jahrgangs aus 13 verschiedenen Studiengängen. Dazu zählen Geistes- und Wirtschaftswissenschaften, Jura, Informatik und Medizin. Jeder von ihnen, so die Überlegung, betrachtet ein Problem aus einem anderen Blickwinkel und bringt die Erfahrungen und das Wissen seiner Disziplin in eine Diskussion ein - und diese vielen Perspektiven machten den Unterschied.

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alter ego 03. Mär 2008

"So überfordert es Arbeitssuchende, die nicht so erfahren im Umgang mit Computern sind...

Crusagon 02. Mär 2008

Das proplem ist heutzutage das die Leute zunehmens in der Virtualität des computers...

Shareware aus... 02. Mär 2008

Danke! - und ich dachte ich wäre der Einzige, der das lustig findet.

wef 02. Mär 2008

Nein, Auftraggeber. CDs und ADs sind doch heutzutage überflüssig wie noch was. Wenn man...

nochbesserwisser 01. Mär 2008

Die Schule ist in Potsdam, nicht in NY! Abgesehen davon vergleichst du hier ein Verb mit...



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