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Schwedisches Modell gegen Stigmatisierung von Filesharing

Independent-Labels glauben an Musik. Eine Reihe unabhängiger, schwedischer Plattenfirmen will die neuen Möglichkeiten des Internets für die Musikdistribution ausloten. Die Labels weisen die Stigmatisierung von "Computer Nerds, die alles daran setzen, neue Protokolle für die effiziente Verbreitung von Musik zu entwickeln", zurück.
/ Ingo Pakalski
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Schweden ist Heimat für Musiker, Musikliebhaber und "Musikpiraten" gleichermaßen: Abba kam aus Schweden, 75 Prozent der jungen Wähler in Schweden sprachen sich schon 2006 für Filesharing aus und in Schweden wurde die erste Piratenpartei gegründet. Anfang Februar 2008 hat sich sogar die Verwertungsgesellschaft Swedish Performing Rights Society (STIM) grundsätzlich dazu bereiterklärt, Musikdownloads aus P2P-Netzen zu legalisieren und zu diesem Zweck Kooperationsvereinbarungen mit den schwedischen Internetprovidern (ISPs) zu treffen. Die monatlichen Download-Gebühren würden sich dann direkt nach dem Umfang der Musikdownloads richten.

Mit der Verkündung des "Schwedischen Modells(öffnet im neuen Fenster)" wollen nun sieben unabhängige schwedische Musik-Labels ihrerseits zur Lösung von Konflikten zwischen Musikindustrie und Internetnutzern beitragen. Die Labels sind optimistisch: "Die Zukunft der Musik als Kunstform leuchtet heller als je zuvor. Es hat eine Demokratisierung gegeben. Verglichen mit der Situation vor ein paar Jahren, haben Musiker heute viel mehr Möglichkeiten, Interessierte zu erreichen."

Die Unabhängigen werfen der Musikindustrie vor – und sie sparen sich selbst dabei nicht aus – die neuen Möglichkeiten bisher nicht genutzt zu haben: "Wir in der Musikindustrie haben uns bisher als unfähig erwiesen, den Wandel mitzumachen. Einige von uns sind sogar in den Kampf gegen jene gezogen, für die Musik aufgenommen wird – die Hörer. Die Kluft zwischen Produzenten und Verbrauchern war nie größer." Henrik von Euler vom beteiligten Label Flora & Fauna äußerte sich gegenüber TorrentFreak(öffnet im neuen Fenster) so zu den Klagen der RIAA: "Das ist krank. Das kann nur schlimmere Folgen haben. Ich kann nicht verstehen, wie sie glauben können, dass sie ihr Einkommen sichern können, indem sie die Hörer zu Feinden machen."

Die sieben unabhängigen Labels wollen jetzt nach Wegen suchen, die Kluft zu überwinden. Wie das gehe, könne man "von der Zeitungsindustrie und der Computerspiele-Industrie" lernen. Diese hätten die "Überlegenheit des Internets" frühzeitig erkannt und sich darauf eingestellt. Nötig sei jetzt aus Sicht der Labels "eine kreative Diskussion über die Verfeinerung der Vertriebsmodelle und die Verfeinerung der Kunstform Musik". Um diese Diskussion voranzubringen, haben die Labels "das Schwedische Modell" als Plattform ins Leben gerufen. Ihre Botschaft: "Wir wollen den Fokus wieder auf die Musik richten. Wir glauben an Musik. Wir glauben an die Zukunft."

Rick Falkvinge, Chef der schwedischen Piratenpartei, begrüßte die Initiative der Labels: "Das ist großartig. Das sind kreative Leute, die vorausschauend denken [...] Es gibt genug Platz für Labels, schließlich wollen nur wenige Musiker alles selbst machen. Aber die Labels müssen für die Musiker und ihre Fans da sein, nicht umgekehrt." [von Robert A. Gehring]


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