SP1 für Windows Vista: Wieso, weshalb, warum
Mit dem bereits fertig gestellten Service Pack 1 für Windows Vista werden nicht nur über 500 Updates zusammenfasst, Microsoft nimmt auch einige Änderungen an der Treiberstruktur für das Betriebssystem vor. Das ist der Grund, warum das erste Windows-Vista-Service-Pack nicht sofort und für alle Anwender zur Verfügung gestellt wird, erklärte Microsofts Technologieberater Daniel Melanchthon(öffnet im neuen Fenster) .
Zwar steht das Service Pack 1 (SP1) schon für Entwickler und PC-Hersteller beispielsweise über ein TechNet-Abo bereit , aber weder den Download des Gesamtpakets noch die automatische Verteilung für Windows Update will Microsoft unmittelbar erlauben. Änderungen am Service Pack 1 soll es aber nicht mehr geben, betonte Melanchthon ausdrücklich.
Erst wenn die nach Meinung Microsofts wichtigsten Treiber so bei den Kunden gelandet sind, wird das Service Pack 1 für Windows Vista allgemein freigegeben. Welche Treiber als besonders problematisch eingestuft werden, wollte Microsoft auch auf Nachfrage nicht verraten. Der bisher als 18. März 2008 gehandelte Termin für den allgemeinen Download des Gesamt-Pakets ist damit kein sicheres Datum für die Freigabe des SP1.
Daniel Melanchthon beschrieb aber ausführlich, wie die einzelnen Schritte für den Vertrieb des SP1 ablaufen sollen: Zuerst erscheint der Download des Gesamtpakets für die Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Japanisch. Das Paket für 32-Bit-Systeme ist dann 434 MByte groß, für 64-Bit-Installationen müssen sich 726 MByte durch die Leitung drängeln. Diese Pakete werden als "Wave 0" vermutlich noch im März 2008 freigegeben.
Nun muss man auf das "Windows Automated Installation Kit" (WAIK) zurückgreifen, das aus einer Windows-Vista-DVD und dem SP1 ein neues, bootfähiges Medium machen kann. Wer öfter neue Rechner mit Windows Vista samt SP1 einrichten muss, sollte sich also damit vertraut machen. Eine Neuinstallation samt SP1 läuft wesentlich schneller ab als erst die Original-Version und dann das SP1 aufzuspielen. Erst mit dem Service Pack 2 für Windows Vista soll man sich wieder eigene Installations-Medien per Slipstream bauen können.
Bei der Neuinstallation von Windows Vista samt SP1 will Microsoft nun weitere Treiber einbinden, insbesondere für Festplatten-Controller, die nach dem Erscheinen des Betriebssystems auf den Markt kamen. Bei anderen Geräten, insbesondere Druckern und Grafikkarten, will Microsoft in Zukunft die Treiber nicht mehr in die Installations-Medien integrieren. Wie Daniel Melanchthon erklärte, funktioniert der Download der Treiber per Windows-Update nach der Installation inzwischen so gut, dass nur die für die Installation wichtigsten Treiber selbst auf den OEM-CDs landen sollen.
Auch an den Funktionen ReadyBoost und ReadyDrive hat Microsoft mit dem SP1 Korrekturen vorgenommen. Damit lassen sich USB-Sticks oder Hybrid-Festplatten mit Flash-Speicher als Zusatz-Cache verwenden, was sich aber in vielen Tests als nutzlos erwiesen hat. So sollen diese Caches nun auch beim Aufwachen aus dem Ruhezustand (ACPI S4, Suspend-to-Disk) genutzt werden. Daniel Melanchthon gab aber auf Nachfragen an, dass die fallenden Preise für PC-Hauptspeicher inzwischen den Nutzen von ReadyBoost und ReadyDrive in Frage stellen.
Einige weniger bekannte Neuerungen im Service Pack 1 stellte Melanchthon neben den bereits offengelegten Updates in seinem Vortrag auch heraus. So kann mit der eingebauten Verschlüsselung "BitLocker" nun nicht mehr nur die System-Partition, sondern auch jedes andere lokale Laufwerk geschützt werden. Das gilt auch für externe Festplatten, für die man dann aber den Schlüssel auf einem USB-Stick speichern sollte. Zudem kann BitLocker nun auch für maximale Sicherheit eine PIN, den Schlüssel auf einem USB-Stick und ein TPM gemeinsam nutzen.
Auch bei der anfangs schwachen Unterstützung der Stromsparfunktionen insbesondere auf Notebooks will Microsoft Fortschritte gemacht haben. Von 16 untersuchten Notebooks sollen 14 Modelle mit dem SP1 länger laufen, nur bei 2 Modellen habe sich die Leistungsaufnahme geringfügig verschlechtert. In der nebenstehenden Grafik entsprechen die positiven Prozentwerte einer geringeren Leistungsaufnahme, nicht etwa umgekehrt.
Nachtrag vom 28. Februar 2008 um 9:45 Uhr:
Inzwischen hat Microsoft doch den 18. März 2008 für den Download des Service Packs 1 für Windows Vista bestätigt. Außerdem wies das Unternehmen darauf hin, dass die in das Betriebssystem eingebaute Funktion schon in seiner Erst-Ausgabe Schattenkopien beim Defragmentieren nicht beschädigt. Dies wäre aber nur bei Defragmentierern von Drittherstellern der Fall gewesen, mit dem SP1 soll das nicht mehr vorkommen. Die Passage im Artikel wurde entsprechend korrigiert.