Niemand will Motorolas Handy-Sparte
Nach einem Bericht von BusinessWeek.com(öffnet im neuen Fenster) sehen Banker, Analysten und Wirtschaftsführungskräfte übereinstimmend keine Chance, dass Motorola in naher Zukunft einen Käufer für seine angeschlagene Handy-Sparte finden wird. Selbst potenzielle Übernahmekandidaten wie LG oder Dell zeigten keinerlei Interesse an Motorolas Handybereich. Gleiches gilt für asiatische Handyhersteller, denen vielfach ein Interesse daran unterstellt wurde, weil Motorola im US-Markt hohe Marktanteile besitzt. Aber selbst dieser Trumpf scheint die Asiaten nicht zu überzeugen.
Wie BusinessWeek.com weiter berichtet, schätzen Analysten den Wert von Motorolas Handybereich mittlerweile nur noch auf weniger als 8 Milliarden US-Dollar. Eine höhere Summe würden Käufer dafür nicht ausgeben. Zuvor hatte Motorola noch vermutet, mit dem Konzernbereich 10 Milliarden US-Dollar einnehmen zu können.
Gegenüber Analysten verkündete Motorola kürzlich zwei Kaufinteressenten, ohne deren Namen zu nennen. Allerdings schloss der Konzern nicht aus, dass dabei auch nur Kooperationen entstehen könnten. Es wird vermutet, dass LG, Samsung oder Google zu den Interessenten gehören, aber spruchreif ist noch nichts. Ein Vorbild für eine Kooperation könnte das Gemeinschaftsunternehmen Sony-Ericsson sein.
Seit Anfang Februar 2008 ist der neue Motorola-Chef Greg Brown selbst für den gesamten Handybereich des Konzerns verantwortlich und muss diesen umstrukturieren, damit er wieder dauerhaft Gewinne einbringt. Ob das Unternehmen damit den Umschwung schafft, werden die folgenden Monate zeigen.
2007 rutschte Motorolas Jahresumsatz von 42,85 Milliarden US-Dollar auf 36,62 Milliarden US-Dollar. Zudem muss Motorola einen Verlust in Höhe von 49 Millionen US-Dollar verkraften. Noch ein Jahr zuvor lag der Gewinn bei 3,67 Milliarden US-Dollar. Im Oktober 2006 gab sich Motorola dagegen noch kampfesmutig und verkündete , im Jahr 2007 die Marktführerschaft im Handy-Markt übernehmen zu wollen.



