USA umgeben sich mit virtuellem Hi-Tech-Zaun
Zu der Ausrüstung der Türme gehören unter anderem Sensoren, Radaranlagen und hochauflösende Infrarotkameras. Diese sind leistungsfähig genug, damit die Beamten an den Monitoren im Kontrollzentrum schon aus mehr als 15 Kilometern Entfernung erkennen können, ob sich eine Gruppe Menschen oder eine Viehherde der Grenze nähert. Außerdem können sie feststellen, wie groß eine Gruppe in etwa ist und ob die Mitglieder Rucksäcke tragen, in denen sie möglicherweise Drogen transportieren.
Einige dieser Türme sind bereits seit September 2007 im US-Bundesstaat Arizona nahe der Stadt Tucson im Einsatz. In dieser Zeit konnten Grenzbeamte schon einige Erfolge im Kampf gegen illegale Grenzgänger verzeichnen. Am 13. Februar 2008 etwa stellte ein Mitarbeiter im Kontrollzentrum in Tucson eine Ansammlung von etwa 100 Menschen fest, die sich anschickten, illegal die Grenze in die USA zu überschreiten. Er alarmierte Grenzpatrouillen, die einen Teil der Gruppe festnahmen. Die anderen zogen sich auf mexikanisches Gebiet zurück.
"Ich habe mich persönlich vom Nutzen dieses Systems überzeugt, und ich habe mit Grenzbeamten gesprochen, die am Betrieb des Systems in den letzten Monaten beteiligt waren und die gesehen haben, wie es Resultate erzielt hat, wenn es darum ging, Schmuggler, die illegal die Grenze überquerten, auszumachen und festzunehmen" , sagte(öffnet im neuen Fenster) Heimatschutzminister Michael Chertoff. Nach den erfolgreichen Tests gab der Minister nun grünes Licht(öffnet im neuen Fenster) für Project 28. Der Bau der Türme wird voraussichtlich im Sommer 2008 beginnen.
Die Zusammenarbeit des Heimatschutzministeriums mit Boeing verlief nach US-Presseberichten nicht ganz reibungslos. So gab es Schwierigkeiten bei einer Präsentation der Türme. Außerdem konnte Boeing den zugesagten Liefertermin nicht einhalten. Schließlich räumte Boeing der Regierung einen Preisnachlass von 2 Millionen US-Dollar auf das insgesamt 20 Millionen US-Dollar teure Projekt ein.