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Bioshock und Portal sahnen bei den GDC-Awards ab

Spielebranche würdigt Spielepioniere Sid Meier und Ralph Baer. Der Abend des 20. Februars 2008 stand im Zeichen von zwei Preisverleihungen der Spieleindustrie. Neben den offiziellen Game Developers Choice Awards, bei denen Tausende von Entwicklern über ihresgleichen und die besten Produkte 2007 abstimmten, wurden in San Francisco auch die Independent Game Festival Awards verliehen. Civilization-Erfinder Sid Meier gewann den Lifetime Achievement Award, während Spielekonsolen-Pionier Ralph Baer gar ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.
/ Christian Klaß
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Der Abend des gestrigen ersten offiziellen GDC-Tags stand im Zeichen der Preisverleihungen. Das Besondere an den Game Developers Choice Awards ist, dass lange im Vorfeld die Designer selber abstimmen, wer nominiert und wer ausgezeichnet werden soll. Und zwar nicht etwa nur eine Jury aus bekannten Gesichtern, sondern die tatsächlichen, für die Spieler meist unsichtbaren Arbeitstiere hinter den Kulissen.

Los ging es mit der Verleihung der alternativen "Independent Game Festival Awards". Hierbei geht es um die Förderung unabhängiger Entwicklungsstudios, die meist noch recht neu und in der Regel eher klein sind. In sechs Kategorien wie "Bestes Browserspiel" oder "Publikumspreis" wurden jeweils 2.500 Dollar Preisgeld vergeben, der Hauptpreis war mit 20.000 Dollar dotiert. Gewonnen hat das Spiel Crayon Physics Deluxe von Kloonigames, ein zweidimensionales Puzzle-Spiel, das extrem auf Physik setzt.

Die weiteren Independent-Preisträger sind World of Goo (Innovations- sowie Technik-Award) von 2D Boy, Iron Dukes (Bestes Browserspiel) von One Ton Ghost sowie Audiosurf (Audio- sowie Publikumspreis) von Invisible Handlebar. Außerdem holte sich das Spiel Fez von Kokoromi den Grafikpreis der Independent Games Festival Awards.

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In der Kategorie Bestes Spieldesign des darauf folgenden Game Developers Choice Awards standen Bioshock, Call of Duty 4, Mass Effect, Portal und Super Mario Galaxy zur Wahl. Der Preis ging an Portal. In diesem Spiel – ein Bestandteil der Orange Box von Valve – geht es darum, zwei Teleporter so geschickt in Wänden oder dem Boden zu öffnen, dass man durch Anwendung physikalischer Gesetze über Hindernisse kommt oder Schalter betätigt.

Für "Best Technology" waren neben Crysis auch Halo 3, Call of Duty 4, Assassin's Creed und Portal nominiert. Der Preis ging an das grafisch aufwändige Crysis. Auch um den Preis "Best Visual Art" schlugen sich Assassin's Creed, Team Fortress 2, Crysis, Bioshock und der PS3-Exklusivtitel Uncharted: Drake's Fortune. Hier gewann das atmosphärische, aber düstere Bioshock.

Beim "Best Writing" hatten die Designer einmal mehr Portal nominiert, aber auch God of War 2, Mass Effect, Half-Life 2 Episode Two und Bioshock. Letzteres gewann auch diesen Preis. Die Nominierten für den besten Sound waren neben Call of Duty 4, Bioshock, God of War 2 und Mass Effect auch die ungewöhnliche Actionballerei Everyday Shooter. Bei diesem ersetzen Gitarrenriffs die Explosionsgeräusche, was zusammen mit dem Gitarren-Soundtrack eine interessante Wirkung erzielt. Sieger wurde jedoch Bioshock, das damit den dritten "Sekundärtugend"-Preis einheimsen konnte.

In Sachen "Innovation" hatten die Designer neben den üblichen Verdächtigen Portal und Mass Effect auch den Xbox-360-Titel Rock Band sowie Flow und Peggle nominiert. Portal gewann. Das beste Handheld-Game wurde Zelda; Phantom Hourglass; zur Wahl standen außerdem Phase, Contra 4, Peggle (für iPod) und Puzzle Quest: Warlords. Bei den Downloadspielen gewann Flow, vor Everyday Shooter, Pac-Man Championship und Puzzle Quest: Warlords.

Fünf "Best Debut"-Spiele standen ferner zur Wahl, The Witcher (von CD Projekt), Everyday Shooter (Queasy Games), Aquaria (Bit Blot), Flow (ThatGameCompany) und Crackdown (Real Time Worlds). Sieger wurde Crackdown, ein Actionspiel, bei dem praktisch alles Inventar der Spielwelt (einer Stadt) als Waffe benutzt werden kann.

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Der Höhepunkt der Choice Awards war natürlich die Auszeichnung des Gesamtsiegers, des Game of the Year 2007. Aus dem erlauchten Kreis von Bioshock, Call of Duty 4, Portal, Rock Band und Super Mario Galaxy setzte sich, unter großem Jubel des Auditoriums, ein weiteres Mal Portal aus der Orange Box durch, das somit zusammen mit Bioshock drei Preise absahnen konnte.

Neben den Spielen wurden mehrere Einzelpersonen für ihre langjährigen Verdienste ausgezeichnet: Der "Ambassador"-Preis ("als Advokat für die Games-Industrie und Kämpfer gegen spielehassende Rechtsanwälte") wurde Jason Della Rocca verliehen, der "Lifetime Achievement Award" ging an Spieleguru Sid Meier. Den größten Applaus erhielt ein anderer: Ralph Baer, der als Erfinder der Spielekonsole an sich gilt und auch die erste Light Gun entwickelt hat, wurde als "Pionier" der Spiele-Industrie gewürdigt.

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Was weithin unbekannt blieb: Schon einige Stunden vorher war Ralph Baer, nach einem gemeinsamen Vortrag mit dem Programmierer von Ataris PONG, Allan Alcorn, geehrt worden: Offensichtlich überraschend für Baer, stürmte ein Vertreter des Guinness Book of World Records auf die Bühne und nahm den Veteranen per Handschlag und Urkunde offiziell ins Buch der Rekorde, Abteilung Computerspiele, auf. Kurz vorher hatten Alcorn und Baer eine Partie Pong gespielt, mit einer authentischen "Brown Box", einem Pong-Automat im Schuhkarton-Format. Das verschobene Bild auf dem Display kommentierte Baer wie folgt: "Wie Sie sehen, ist meine Brown Box offensichtlich nicht für heutige Flachbildschirme ohne Overscan-Modus konzipiert!" [von Jörg Langer(öffnet im neuen Fenster)]


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