Huawei darf keine Anteile an 3Com kaufen
Das amerikanische Investment-Unternehmen Bain Capital und der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei wollten 2,2 Milliarden Dollar für den amerikanischen Netzwerkausrüster 3Com zahlen. Huawei sollte dabei lediglich einen Minderheitsanteil von 16,5 Prozent übernehmen. Dennoch hat die US-Regierung Bedenken wegen der Übernahme.
Grund für die Bedenken ist, dass die 3Com-Tochter TippingPoint die Sicherheitssysteme für die Computersysteme des amerikanischen Verteidigungsministeriums liefert. Die US-Regierung befürchtete, dass die Chinesen so Einfluss auf ihre Sicherheitssysteme bekommen könnten. Das "Committee on Foreign Investment in the United States" (CFIUS) hatte deshalb bereits im Januar 2008 die Prüffrist weit über das übliche Maß hinaus verlängert .
Nach einem Bericht der New York Times(öffnet im neuen Fenster) , die sich auf eine eingeweihte Quelle beruft, soll 3Com sogar angeboten haben, sich von TippingPoint zu trennen. Doch selbst dieses Angebot konnte die Regierung nicht überzeugen. So blieb den drei Unternehmen nichts übrig, als die Übernahme zu widerrufen. Man sei "sehr enttäuscht" , keine Einigung mit dem CFIUS erzielt zu haben, teilte 3Com-Chef Edgar Masri(öffnet im neuen Fenster) mit.
TippingPoint sichert unter anderem die Computer des Pentagon gegen Angriffe von außen. Cyberspionage ist jedoch gerade ein großes Thema in Washington. So beschuldigte die US-Regierung im Jahr 2007 das chinesische Militär, in die Rechner des US-Verteidigungsministeriums eingebrochen zu sein. Die Tatsache, dass Huawei-Gründer Ren Zhengfei früher Offizier bei der chinesischen Volksbefreiungsarmee war und außerdem über gute Kontakte zur Regierung in Peking verfügen soll, dürfte das CFIUS da nicht eben freundlicher gestimmt haben.
Das CFIUS prüft Investitionen ausländischer Unternehmen in den USA. Dem vom Finanzminister geleiteten Komitee gehören Vertreter von zwölf Regierungsstellen an, unter anderem vom Verteidigungsministerium, dem Außenministerium, dem Handelsministerium sowie dem Ministerium für Heimatschutz.



