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LostWinds - Wii-Spiel von Elite-Vater David Braben

Neuauflage von Elite soll noch 2008 angekündigt werden. Der englische Independent-Entwickler Frontier Developments zeigte auf der GDC 2008 sein nächstes Spiel "LostWinds", das nur für Nintendos WiiWare erscheint. Und: Noch in diesem Jahr soll eine Neuauflage von Elite angekündigt werden.
/ Jens Ihlenfeld
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Auf den ersten Blick sieht LostWinds aus wie ein ganz normaler Seitwärts-Scroller. Doch erstens erscheint es für Nintendo WiiWare – das ist ein neuer "Kanal" für das Wii-Dashboard, mit dem analog zu Xbox Live Marketplace und PlayStation Network Spiele direkt auf die Konsole heruntergeladen werden können -, Nintendo macht damit eine eher künstliche Trennung zu den herunterladbaren VirtualConsole-Klassikern via Wii Shop. Zweitens steuert der Spieler in LostWinds zwei Charaktere gleichzeitig: mit dem Analogstick des Nunchuks den Jungen Toku und mit der WiiRemote den "Cursor" des Spiels, in Wahrheit der Windgeist Enril.

Ähnlich wie beim alten Pandemonium wird im Prinzip immer nur auf einer Ebene gespielt, von links nach rechts. Doch ähnlich wie bei Pandemonium wird eine (inhouse bei Frontier entwickelte) 3D-Engine verwendet, die durchaus auch mal ganz nah an Toku heran-, aber auch mal für einen Panoramaeffekt weit wegzoomt. Anders als bei Pandemonium, so Frontier-Chef und Elite-Vater David Braben, werde man aber darauf achten, dass die Kameraperspektiven immer klar sind, also nicht plötzlich das Geschehen drehen und den Protagonisten etwa von hinten im Bild auf den Betrachter zulaufen lassen.

Braben wehrt sich gegen die Etikettierung "Casual Game": "Was ist ein Casual Game? Darf es nicht von Hardcore-Spielern gespielt werden, ist es besonders kurz, ist es besonders simpel?" Braben will mit LostWinds ein vollwertiges Spiel veröffentlichen, das offen für alle Zielgruppen ist. Das Spiel sei aus dem traditionellen Frontier-Ideen-Wettbewerb erschienen: "Jede Woche erfinden wir Spielideen und diskutieren dann, warum das Spiel funktionieren würde oder nicht. Und ich kann dir sagen, es gibt keine kritischeren Leute als Spieledesigner. LostWinds war ein Konzept, das allen gefallen hat, darum machen wir das jetzt tatsächlich."

Zur Story: Toku ist, wie üblich bei kleinen Jungen in Märchengeschichten, der einzige, der den Fluch des bösen Balasar aufheben kann. Der bedroht die idyllische Fantasy-Welt Mistralis, die von Magie, seltsamen Bewohnern und Geheimnissen nur so strotzt. "Das ist meine Alptraumfrage" , meint Braben, auf die Frage nach der durchschnittliche Spieldauer. "Wenn du als Hardcore-Zocker nur das Ziel hast, möglichst schnell das Ende zu sehen, bist du vermutlich in einer Stunde durch. Aber LostWinds ist so eine reichhaltige Welt, es enthält so viele versteckte Rätsel und Extras, das wäre schlichtweg schade!" Man könne daher problemlos auch 20 Stunden mit LostWinds verbringen.

Alles in der Welt von LostWinds sei interaktiv, so Braben weiter. Diese Interaktion geschieht mit beiden Spielfiguren, wobei der Windgeist die spannendere ist: Wie gesagt, er stellt spielmechanisch einen Cursor "mit Persönlichkeit" dar, wie auch die Geistwelt-Helferin Midna in Zelda: Twilight Princess. Nur kann er nicht nur Tipps geben, sondern beherrscht eine ganze Reihe von Elementarkräften. Diese löst man durch Gestenmalen mit der WiiRemote aus: Ein kleiner, sachte gemalter Kreis erzeugt etwa eine schwache Böe, wildes Herumrühren – zumindest wirkte es während der Präsentation so – einen heftigen Windstoß. Damit werden Objekte manipuliert, Bretter umgestoßen, um den Weg freizumachen, und Gegner beschäftigt. Man kann Gegenstände hochheben, so dass Toku weiter springen kann, oder ihn per Windkraft über Abgründe gleiten lassen. Ansonsten hat der kleine Junge konventionellere Aufgaben, etwa bestimmte Stellen zu untersuchen oder auch mal eine Tür zu öffnen.

So steuert der Spieler denn den Jungen mit der linken Hand und zaubert derweil fröhlich mit der rechten. Braben legt Wert darauf, dass das eine sehr intuitive Steuerung sei – wohingegen viele Wii-Spiele auf eine ungewöhnliche Bedienung setzen, nur um ungewöhnlich bedient zu werden. LostWinds aber sei beispielsweise problemlos auch für Linkshänder zu steuern, schließlich entspreche jeder Controller ja einem anderen Charakter.

Dabei erinnert LostWinds am ehesten an den kommenden PS3-Titel Litte Big Planet von Media Molecule, ist aber ein konventionelleres Spiel und weniger ein Baukasten wie Litte Big Planet. Lost Winds soll 22 Areale (Levels) haben, die sich grafisch meist stark unterscheiden. Mehr Details zum Spiel gibt es unter frontier.co.uk/games/lostwinds(öffnet im neuen Fenster) .

Daneben arbeitet David Braben an weiteren Titeln, darunter The Outsider für PC, Xbox 360 und PS3. Aber war da nicht was mit einem neuen Elite? Bislang hat er sich dazu nicht geäußert, und auch auf Nachfrage wollte er erst nichts sagen. Schließlich ließ er sich aber zu der Aussage hinreißen, noch dieses Jahr eine Elite-Neuauflage anzukündigen. Den Gesetzen der Spielebranche nach dauert es nach einer solchen Ankündigung dann meist noch zwei Jahre, bis das Spiel erscheint – das wäre im Jahr 2010. [von Jörg Langer(öffnet im neuen Fenster) ]


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