Alibaba.com besorgt wegen Yahoo-Übernahme
Nach einem Bericht des Wall Street Journal Asia(öffnet im neuen Fenster) sollen die Anwälte und Finanzberater über eine größere Unabhängigkeit der Unternehmensführung mit Microsoft verhandeln. Trotz des knapp 40-prozentigen Yahoo-Anteils hat die Alibaba-Führung um Unternehmensgründer Jack Ma weitgehend die Kontrolle über die Geschäfte des in Hangzhou ansässigen Unternehmens behalten. Sie befürchtet nun, diese Unabhängigkeit im Falle der Übernahme durch Microsoft zu verlieren.
Bislang war Alibaba.com noch nicht in die Verhandlungen mit Microsoft einbezogen. Das könnte sich jedoch ändern, wenn die Übernahme konkret wird. Denn eine Vereinbarung mit Yahoo gesteht dem chinesischen Unternehmen ein Mitspracherecht über den Transfer der Aktien an einen neuen Eigentümer zu. Yahoo hatte im Jahr 2005 für 1 Milliarde US-Dollar den 39-Prozent-Anteil an Alibaba.com erworben. Im Gegenzug übernahm Alibaba.com Yahoos China-Geschäft . Alibaba.com ist mit knapp 9.000 Mitarbeitern eines der größten Internetunternehmen in China.
Besorgnis erregt die mögliche Übernahme von Yahoo auch in Peking. Die Regierung befürchtet, dass Microsoft durch den Yahoo-Kauf einen großen Einfluss auf eines der wichtigsten Internetunternehmen Chinas bekommen könnte. Die Kontrolle ausländischer Unternehmen über wichtige einheimische Industriezweige ist ein sensibles Thema in China. Deshalb haben sich Regierungsstellen bereits bei Alibaba.com erkundigt, welche Auswirkungen der Kauf auf das chinesische Unternehmen haben werde, zitiert das Wall Street Journal eine eingeweihte Quelle. Die Regierung werde "dieses Geschäft sehr gründlich prüfen" , war sich der Informant sicher.