Roboter-Ratten sollen Schnurrhaar-Sensoren bekommen

EU-Projekt "BIOTACT" fördert die Bionik

Damit Roboter sich in für sie fremden Umgebungen zurechtfinden können, bedarf es einer ausgefeilten Sensorik. Neben Techniken wie Radar, Infrarot und Video gibt es auch die Nachfrage nach einem Tastsinn. Um den zu entwickeln, orientieren sich Forscher an der Natur - und in diesem Fall an den Tasthaaren von Ratten.

Artikel veröffentlicht am ,

Das EU-Projekt "BIOTACT", an dem Wissenschaftler des Bernstein Zentrums für Computational Neuroscience (BCCN) und der Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt sind, fördert die Entwicklung von Sensoren, die mit einem Tastsinn ausgestattet sind. Insgesamt neun Arbeitsgruppen aus sieben Ländern sind an BIOTACT beteiligt - das Projekt selbst wird mit 7,3 Millionen Euro gefördert.

Stellenmarkt
  1. IT-Anwendungsbetreuer (m/w/d) Schwerpunkt ERP
    FUCHS & Söhne Service, Berching, Hainichen
  2. Consultant Data Governance (m/w/d)
    Lidl Digital, Neckarsulm
Detailsuche

Ziel ist die Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Tastsinn von Tieren für künstliche Systeme. Mit entsprechender Sensorik ausgestattet, sollen Rettungsroboter oder Minensuchmaschinen auch bei Dunkelheit durch unwegsames Gelände navigieren und Objekte ertasten können, erhoffen sich die Projektteilnehmer.

Viele nachtaktive Tiere sind aufgrund der visuellen Einschränkungen auf ihren Tastsinn angewiesen, vor allem wenn es um die Erkundung der nächsten Umgebung geht. Ratten oder Spitzmäuse bewegen ihre Tasthaare in schnellen Bewegungen kontrolliert vor und zurück und ertasten damit ihre Umgebung.

Das Berliner Forschungsteam, geführt von Professor Michael Brecht, beschäftigt sich mit der Etrusker-Spitzmaus. Dieses winzige Tier - es ist das kleinste bekannte Säugetier - kann seine Beute aufgrund seines Tastsinns schnell und präzise verfolgen.

Golem Karrierewelt
  1. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    03./04.11.2022, Virtuell
  2. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    08./09.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

BIOTACT wird von Prof. Tony Prescott von der Universität Sheffield koordiniert. Basierend auf dem Tastsinn verschiedener Tierarten wird sein Forschungsteam zwei Roboter konstruieren, die mit einem ähnlichen physischen Sinnessystem ausgestattet sind. Darunter ist ein Roboter mit Tasthaaren, der bewegte Objekte ausfindig machen, identifizieren und verfolgen kann. "Unser Projekt wird einen Meilenstein im Verständnis des aktiven Tastsinns und der Verwendung von tasthaarartigen Sensoren in intelligenten Maschinen setzen. Indem wir von der Natur lernen und Technologien entwickeln, die diesen physischen Sinn verwenden, werden unsere Wissenschaftler die Fähigkeiten zukünftiger Maschinen enorm verbessern", sagte Prescott.

Auch in den USA wird im Bereich Roboter-Schnurrhaare geforscht. Schon im Oktober 2006 präsentierten Mitra J. Hartmann und sein Student Joseph H. Solomon von der Northwestern University ein Schnurrhaar-Bündel, das zweidimensional tasten kann und das Verhalten der tierischen Vorbilder nachahmt.

Hartmann und Solomon haben selbst komplexe Objekte wie den Kopf einer Statue mit ihren Roboterhärchen abtasten können. Die Dehnungsmess-Streifen erfassen beim Überstreichen des Kopfes den Biegegrad der Härchen. Ein Computerprogramm wertet diese Informationen aus und verbindet die Punktwolken so miteinander, dass eine dreidimensionale Wiedergabe des Objektes entsteht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Einsparverordnungen
So sollen Verwaltung, Bürger und Firmen Energie sparen

Reduzierte Raumtemperaturen und ungeheizte Swimmingpools: Die Regierung fordert eine "nationale Kraftanstrengung" wegen des Gasmangels.

Einsparverordnungen: So sollen Verwaltung, Bürger und Firmen Energie sparen
Artikel
  1. Bildverkleinern in C#: Eine Windows-App zur Verkleinerung von Bilddateien
    Bildverkleinern in C#
    Eine Windows-App zur Verkleinerung von Bilddateien

    Wir zeigen mit Visual Studio, wie Drag-&-Drop funktioniert, klären, ob unter Windows runde Fenster möglich sind, und prüfen, wie aufwendig eine mehrsprachige Bedienungsoberfläche ist (ziemlich).
    Eine Anleitung von Michael Bröde

  2. Web Components mit StencilJS: Mehr Klarheit im Frontend
    Web Components mit StencilJS
    Mehr Klarheit im Frontend

    Je mehr UI/UX in Anwendungen vorkommt, desto mehr Unordnung gibt es im Frontend. StencilJS zeigt, wie man verschiedene Frameworks mit Web Components zusammenbringt.
    Eine Anleitung von Martin Reinhardt

  3. Geheimgespräche: Apple wollte angeblich Anteil an Facebooks Werbeeinnahmen
    Geheimgespräche
    Apple wollte angeblich Anteil an Facebooks Werbeeinnahmen

    Apples höherer Datenschutz macht Facebook inzwischen das Leben schwer. Zuvor soll es geheime Gespräche über eine Umsatzbeteiligung gegeben haben.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG 38WN95C-W (UWQHD+, 144 Hz) 933,35€ • Sharkoon Light² 180 22,99€ • HyperX Cloud Flight 44€ • BenQ Mobiuz EX3410R 499€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 5 5600X 169€, Intel Core i5-12400F 179€ und XFX RX 6800 XT 699€) • Weekend Sale bei Alternate (u. a. AKRacing Master PRO 353,99€) [Werbung]
    •  /