Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Yahoo oneConnect fürs Handy: Alles ist mit allem verbunden

Yahoo integriert soziale Kommunikation über mehrere Ebenen auf dem Mobiltelefon. Yahoo hat auf dem Mobile World Congress 2008 mit oneConnect eine Softwarelösung für Mobiltelefone gezeigt, die es Nutzern ermöglicht, ihre mobile Kommunikation über eine zentrale Oberfläche zu verwalten. Der Nutzer bekommt für alle seine sozialen Kontakte angezeigt, ob sie gerade eine SMS geschickt haben, im Chat online sind oder in einer Community einen neuen Beitrag veröffentlicht haben. Außerdem meldet das Mobiltelefon, wenn sich ein Freund aus den Kontakten in der Nähe befindet.
/
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Yahoos oneConnect bietet eine Verknüpfung zu sozialen Netzwerken wie Flickr, Xing (vormals openBC) oder Facebook, in die ein Anwender eingebunden ist und meldet, sobald sich bei einem der Kontakte in den verschiedenen Communities eine Änderung ergeben hat. So erfährt der Nutzer, dass ein Freund per ICQ online gegangen ist oder neue Fotos auf Flickr gestellt hat.

Instant Messaging und SMS bindet Yahoo ebenfalls in oneConnect ein, der Nutzer kann sich hier für jeden Kontakt seine Konversationen anzeigen lassen. Dabei bestimmt der Nutzer, wie viele Stunden, Tage oder Wochen solch eine Konversation zurückreichen, also angezeigt werden soll. Das Maximum sollen drei Monate sein. Die Begrenzungsoption soll eine Datenüberflutung verhindern. Auf einem kleinen Handy-Display kann es schnell unübersichtlich werden und erst in der Praxis kann sich erweisen, wie sich die Datenmengen vom Anwender angemessen nutzen lassen.

Yahoos oneConnect API ist offen, so dass sich jeder Anbieter einbinden lässt, sofern dieser oder aber Yahoo eine entsprechende Integration vornimmt. Derzeit sind Yahoo Messenger, Google Talk, AOL Instant Messenger und MSN Messenger verfügbar. Außerdem informiert oneConnect über eingegangene E-Mails auf fremden Servern, etwa von Yahoo Mail, MSN Hotmail, Google Mail und AOL Mail. Yahoo ist derzeit auch in Gesprächen mit DataViz, die sich durch den mobilen Zugriff auf Exchange-Daten sowie die Anzeige von Office-Formaten spezialisiert haben und DocumentsToGo für verschiedene Plattformen anbieten.

Auch die Kommunikation innerhalb sozialer Netzwerke will oneConnect verbessern. Es reicht eine Anmeldung bei oneConnect und schon wird in allen Netzwerken des Nutzers der Status von offline auf online geändert. Außerdem kann der Nutzer eine Nachricht wie "Ich bin ab nächste Woche im Urlaub" an mehrere oder alle seine Netzwerke schicken - ähnlich wie eine Gruppen-SMS.

Eine Funktion namens "Pulse" informiert den Nutzer über sämtliche Aktivitäten seiner sozialen Kontakte, z.B. ihren Status, ob sie neue Fotos auf Flickr geladen haben oder darüber, wo sie sich gerade befinden. Die Leute, mit denen man am meisten Kontakt hat, lassen sich als Favoriten hinterlegen, so dass man sämtliche Konversationen mit ihnen auf einen Blick zur Verfügung hat. Über Kürzel sollen diese mit einem Klick per SMS, Telefon oder E-Mail erreichbar sein.

Auch Lokalisierungstechniken wie GPS oder die Ortung über das Mobilfunknetz macht sich Yahoo zunutze. Ersteres funktioniert aber nur, falls das Mobiltelefon mit einem GPS-Empfänger ausgestattet oder ein solcher mit dem Handy verbunden ist. Man kann z.B. einstellen, dass gemeldet werden soll, wenn sich ein Kontakt im Umkreis von 1.000 Metern oder 10 km Entfernung befindet, bzw. den Umkreis neu betritt.

Aufgrund der Funktionen sammelt Yahoo erhebliche Datenmengen. Zwar werden bei der E-Mail-Integration nicht die Betreffzeilen der E-Mails an Yahoo übermittelt, so Marco Boerries, Executive Vice President für den Bereich Connected Life bei Yahoo. Für die Benachrichtigungen von Kontakten in der Nähe werden jedoch sehr wohl die Positionsdaten übertragen. Welche Daten Yahoo letzten Endes für Marketing-Zwecke verwenden will, soll nach dem Start des Dienstes geprüft werden. Nach eigener Aussage speichert Yahoo über oneConnect keine personenbezogenen Daten.

Yahoo hat oneConnect für die eigene Widget-Plattform entwickelt, die für zahlreiche Mobiltelefone verfügbar ist. Je nach Handy-Modell setzen die Widgets Java oder einen entsprechend ausgerüsteten HTML-Browser voraus. Im Frühjahr 2008 soll das Produkt verfügbar sein. Nutzer werden sich die Software kostenlos herunterladen können. Alternativ strebt Yahoo an, dass Netzbetreiber oder Gerätehersteller Mobiltelefone mit vorinstalliertem oneConnect verkaufen.

Yahoo will oneConnect auch für das iPhone auf den Markt bringen und hat einen frühen Prototyp davon auf dem Mobile World Congress 2008 in Barcelona gezeigt. Die Software bindet sich komplett in die iPhone-Oberfläche ein und kann bspw. auf das Adressbuch im iPhone zugreifen. Da noch nicht feststeht, wann das iPhone offiziell von Apple für die Einspielung von Software von Drittanbietern geöffnet wird, ist auch nicht bekannt, wann Yahoo oneConnect für das Apple-Handy auf dem Markt anbieten kann.


Relevante Themen