Linux-next: Neuer Entwickler-Kernel

Entwicklungszweig soll Integration erleichtern

Mit einem neuen "Linux-next" genannten Entwickler-Kernel wollen die Kernel-Programmierer ihre Arbeit besser strukturieren. Bisher gelangen neue Funktionen in Andrew Mortons Zweig - unabhängig davon, ob die Änderungen in den nächsten Kernel gelangen sollen oder noch eine Weile zum Reifen brauchen. Dies soll sich nun ändern.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Stephen Rothwell will den Linux-next-Kernel betreuen, um den Fluss von Änderungen in den Kernel zu optimieren. Derzeit gelangen alle Neuerungen in Andrew Mortons mm-Kernel. In diesem gereifte Änderungen übernimmt Linus Torvalds dann in einem Zeitfenster von zwei Wochen in den neuen Entwickler-Kernel und lässt anschließend nur noch Fehlerkorrekturen zu, bis die neue Version fertig ist.

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Damit bleibt viel Arbeit an Morton hängen, der sich schon öfter über die mangelnde Patch-Qualität beschwerte. Zum anderen ist Mortons Entwicklungszweig nicht komplett identisch mit Torvalds' Kernel, da in "-mm" manche Änderungen durchaus länger liegen - man denke nur an Reiser 4. So ändern sich auch grundlegende Subsysteme, die dann nicht mehr mit dem tatsächlichen Entwickler-Kernel übereinstimmen, was es schwieriger macht, Patches aus dem mm-Zweig zu übernehmen.

Linux-next soll hier Abhilfe schaffen. Die Codebasis wird identisch sein mit dem aktuellen Kernel und praktisch den übernächsten Linux-Kernel vorbereiten. Übernommen werden sollen dafür Patches aus den unterschiedlichen Entwicklungszweigen, bei Fehlern sollen die Entwickler direkt benachrichtigt werden, so dass diese selbst an der Fehlerbereinigung arbeiten können. Und letztlich soll so auch Morton entlastet werden, der sich diesen neuen Kernel-Zweig wünschte und seinen Kernel wiederum darauf aufbauen wird.

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