Abo
  • Services:

Reflexionen auf der Brille verraten den Bildschirminhalt

Saarländische Wissenschaftler testen Spiegelspionage

Sicherheitslücken lauern überall. Nicht nur versteckte Hintertüren, Viren oder Trojaner gefährden die Sicherheit der Daten auf dem Computer. Auch der Nutzer stellt ein Einfallstor für Spione und Datendiebe dar. Und das nicht etwa, weil er sie ausplaudert, sondern weil sich der Bildschirminhalt in seiner Brille, der Teekanne oder in seinen Augen spiegelt.

Artikel veröffentlicht am ,

Hollywood könnte sich das nicht besser ausdenken: Mit einem Fernrohr belauern Bösewichter einen Geschäftsmann in einem Büro auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zwar können sie seinen Bildschirm nicht einsehen. Dennoch gelingt es ihnen, ihn erfolgreich auszuspionieren: Sie beobachten intensiv die Spiegelungen des Bildschirminhaltes auf seiner Brille und der Kaffeetasse. Als er die Brille abnimmt, beobachten sie seine Pupille.

Über Reflexionen in Teekannen, Kaffeetassen, Brillengläsern oder sogar in den Augen eines PC-Benutzers kann man die Daten eines beliebigen Bildschirms ausspionieren (Foto: Uwe Bellhäuser)
Über Reflexionen in Teekannen, Kaffeetassen, Brillengläsern oder sogar in den Augen eines PC-Benutzers kann man die Daten eines beliebigen Bildschirms ausspionieren (Foto: Uwe Bellhäuser)
Stellenmarkt
  1. Bremer Rechenzentrum GmbH, Bremen
  2. Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen

Erscheint ihnen etwas interessant, machen sie Foto mit der Digitalkamera. Die Bilder laden sie in einen Computer und öffnen sie mit einer speziellen Software. Diese entzerrt die Spiegelbilder - und schon können die Spione sehen, woran der Belauschte gerade arbeitet, können seine Geschäftsideen, Bilanzen oder Passwörter klauen.

Doch das ist keine Fiktion, keine Erfindung aus der Bourne-Trilogie oder einem James-Bond-Film. Das ist ein reales Bedrohungsszenario, das ein Team von Informatikern der Universität des Saarlandes in Saarbrücken um Michael Backes untersucht hat. Eine Ausrüstung im Wert von 1.000 Euro reichte ihnen bereits aus, um aus zehn Metern Entfernung Bildschirmdaten, die sich auf verschiedenen Gegenständen spiegelten, zu rekonstruieren.

Besonders gute Ergebnisse erzielten die Saarbrücker dabei mit Spiegelungen auf Brillengläsern sowie auf Kannen oder Tassen, die üblicherweise auf den Schreibtischen neben dem Bildschirm stehen. So konnten sie aus zehn Metern Entfernung mühelos 12-Punkt-Schrift entziffern. Verzerrte Reflexionen auf gekrümmten Oberflächen stellten kein Hindernis dar - sie ließen sich mit einem Programm so bearbeiten, dass sie lesbar waren.

Doch gute Augen und Kaffee aus dem Pappbecher schützen nicht vor dem Ausspionieren: Den Forschern gelang es sogar, Spiegelungen von den Augen der Computerarbeiter abzulesen. Schwierigkeiten bereiteten ihnen lediglich die schnellen Bewegungen des Auges, da sie kürzere Belichtungszeiten erforderten. Allerdings sind die Forscher der Auffassung, dass sich mit einer besseren Ausrüstung und ausgereifteren Algorithmen noch deutlich bessere Ergebnisse erzielen lassen.

Schutz vor dieser Art der Spionage ist schwierig. Backes empfiehlt deshalb, während der Arbeit mit sensiblen Daten die Rollläden herunterzulassen oder Vorhänge zuzuziehen. Außerdem solle man regelmäßig nach Teleskopen in der Umgebung Ausschau halten.

Es war nicht die erste Spionage-Methode, die Backes und sein Team untersucht haben. Sie konnten in früheren Studien bereits nachweisen, dass es möglich ist, Daten aus den Abstrahlungen des Kabels eines LC-Bildschirms oder über die elektromagnetische Abstrahlung eines Röhrenmonitors zu rekonstruieren.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Far Cry 5 gratis erhalten
  2. 127,85€ + Versand
  3. 107,85€ + Versand

Phlexonance 14. Feb 2008

Ein Wahnsinn wieviele Leute diese doch stark offensichtlich sarkastische Meldung...

doenermitalles 14. Feb 2008

Ein Blick auf deren Website zeigt, dass sich die Schrift nur bei großer Schrift wirklich...

FF7Cayn 14. Feb 2008

*wegschmeiss* xD

brainfart 13. Feb 2008


Folgen Sie uns
       


Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test

Wir haben vier komplett kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel getestet. Mit dabei sind Apples Airpods, Boses Soundsport Free, Ankers Zolo Liberty Plus sowie Googles Pixel Buds. Dabei bewerteten wir die Klangqualität, den Tragekomfort und die Akkulaufzeit sowie den allgemeinen Umgang mit den Stöpseln.

Kabellose Bluetooth-Ohrstöpsel - Test Video aufrufen
HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  2. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort
  3. Vive Focus HTC stellt autarkes VR-Headset vor

Oracle vs. Google: Dieses Urteil darf nicht bleiben
Oracle vs. Google
Dieses Urteil darf nicht bleiben

Im Fall Oracle gegen Google fällt ein eigentlich nicht zuständiges Gericht ein für die IT-Industrie eventuell katastrophales Urteil. Denn es kann zu Urhebertrollen, Innovationsblockaden und noch mehr Milliardenklagen führen. Einzige Auswege: der Supreme Court oder Open Source.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Oracle gegen Google Java-Nutzung in Android kein Fair Use

Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

    •  /