Neue Materialien für Supraleitung bei hohen Temperaturen
Während die klassischen Supraleiter(öffnet im neuen Fenster) ihren Widerstand gegen den Fluss von Elektronen erst nahe 0 Kelvin und damit unter minus 270 Grad Celsius aufgeben, sind HTSLs auch für technische Anwendungen interessant. Die dafür nötigen Temperaturen unter minus 173 Grad Celsius lassen sich mit flüssigen Gasen wie Stickstoff oder Helium erzeugen. HTSLs finden daher gerade Einzug in Geräte wie Kernspintomographen.
Warum aber die erst in den 1980er-Jahren entdeckten HTSLs, die meist aus Keramik bestehen, ihren supraleitenden Effekt 100 Grad über den klassischen Supraleitern entwickeln, die schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt sind, ist noch kaum erforscht. Erst wenn die Gründe für den Temperaturunterschied bekannt sind, sind Fortschritte auf dem Weg zum Supraleiter bei Raumtemperatur zu erwarten. Dies käme einer Revolution der Physik gleich, weil unter anderem der elektrische Widerstand einer Schaltung dann keine Rolle mehr spielen würde.
Damit ließe sich theoretisch die Temperatur weiter erhöhen. Das MIT hat nun nachgewiesen, dass das Verhalten der Elektronen direkt von den Verunreinigungen abhängt. Die Pseudo-Supraleitung und die echte Supraleitung basieren auf denselben Effekten. Bisher waren die Geschehnisse knapp über der Supraleitungstemperatur als Anomalien betrachtet worden.
Mit den Ergebnissen des MIT, welche Forscher unter Leitung von Professor Eric Hudson in der Februar-Ausgabe des Magazins "Nature Physics" veröffentlichen, kann nun gezielt nach Materialien gesucht werden, welche die für Supraleitung nötige Temperatur vielleicht weiter in Richtung der Raumtemperatur schieben. Diese wird in der Wissenschaft als 20 Grad Celsius festgelegt – bis dahin ist es also noch ein sehr langer Weg.