NXP: Single-Chip für kompakte Billig-Handys mit Tri-Band
Der "PNX4902" genannte Baustein ist eine echte Ein-Chip-Lösung für Mobiltelefone: In einem Chip vereint NXP den Baseband-Prozessor, die Funklogik, Audioverstärker sowie CPU (ARM9-Kern) und Schnittstellen. Nur für die Ansteuerung eines Touchscreens oder einer Kamera sind weitere externe Prozessoren nötig. NXP, die ehemalige Halbleiter-Sparte von Philips, empfiehlt den neuen Baustein ausdrücklich für Handys der Kategorie "Ultra Low Cost", also beispielsweise jenen Geräten, die deutlich unter 100,- Euro ohne Vertrag oder PrePaid-Karte und ohne SIM-Lock zu haben sind.
Hier soll das Funken in den Frequenzbändern um 900, 1.800 und 1.900 MHz (Tri-Band) nun wie in anderen Segmenten auch zur Standardfunktion werden. Damit ließe sich ein in Deutschland gekauftes Billig-Handy auch in den USA nutzen – wenn am Zielort ein 1.900-MHz-Netz existiert – und nicht nur eines der allerdings seltener werdenden 850-MHz-Netze. Dafür bräuchte man dann weiterhin ein Quad-Band-Handy.
Neben reiner GSM-Telefonie unterstützt der neue NXP-Chip GPRS der Klassen 1 bis 10, im Downstream sind so rechnerisch bis zu 53,6 Kilobit pro Sekunde möglich. Als weitere Extras sind ein FM-Tuner, eine Schnittstelle für SD-Karten und Bluetooth dabei. Die Audio-Logik unterstützt polyphone Klingeltöne sowie MP3-Dateien und bringt einen Digitalverstärker direkt auf dem Chip mit, der sich für eine Freisprecheinrichtung nutzen lässt.
Laut NXP sollen entsprechende Handys mit einem Akku von 600 Milliampere-Stunden eine Kapazität von 5 Stunden Sprechzeit und 420 Stunden im Stand-by erreichen. Erste Muster des PNX4902 will NXP noch im ersten Quartal des Jahres 2008 ausliefern, die Serienfertigung ist für das vierte Quartal 2008 geplant. Preise nannte das Unternehmen noch nicht.