Brockhaus in Zukunft nur noch online
Mitte April 2008 will Brockhaus ein Lexikonportal mit dem Namen "Brockhaus online" ins Netz bringen, in dem Wissensdurstige kostenlos online nachschlagen können. Finanziert wird die Seite über Werbung. Im Herbst 2008 soll zusätzlich ein eigenes Angebot für Schulen hinzukommen, das dann werbefrei sein wird.
Brockhaus wolle "der immer unübersichtlicher werdenden Flut von Informationen aus dem Internet" mit "Brockhaus online" ein Wissensportal entgegenstellen, das für "Relevanz, Richtigkeit und Sicherheit steht" , sagte Brockhaus' Vorstandsmitglied Marion Winkenbach.
Was der Verlag in einer Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) als "strategische Neuausrichtung" bezeichnet, bedeutet de facto das Ende des traditionellen gedruckten Lexikons. "Die 21. Auflage der 'Brockhaus Enzyklopädie' war voraussichtlich die letzte – ab jetzt findet alles online statt" , zitiert das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) einen Sprecher des Brockhaus-Verlages.
Grund für die Neuausrichtung ist laut Verlag "die Geschäftsentwicklung bei den gedruckten klassischen Lexika" . Immer mehr Menschen nutzen Online-Enzyklopädien und verschmähen die gedruckten Mammutwerke. Gegenüber dem Handelsblatt wurde der Verlagssprecher deutlicher: "Zwar steht die Bilanz für das Jahr 2007 noch nicht fest, doch zeichnet sich ein Verlust in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro ab."
Die zweite Maßnahme neben der Online-Strategie ist ein Stellenabbau. Rund 50 Stellen will Brockhaus am Mannheimer Standort streichen – "sozialverträglich" , wie der Verlag betont.
Früher dran als Konkurrent Brockhaus ist der Bertelsmann-Verlag: Die Gütersloher haben zusammen mit Spiegel Online das Angebot " Spiegel Wissen " online gestellt. Das Angebot(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht es Nutzern, die Lexika und Wörterbücher aus dem Bertelsmann-Verlag sowie die Archive des gedruckten und des digitalen Spiegel kostenlos zu durchsuchen.
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