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FTP-Serverringe in Nordrhein-Westfalen ausgehoben

Gewerbsmäßige Verbreitung von Raubkopien. Die nordrhein-westfälische Polizei hat zwei Serverringe ausgehoben, über die gewerbsmäßig Raubkopien von Musik, Filmen und Software vertrieben wurde. Bei der Durchsuchung von Wohnungen und Geschäftsräumen beschlagnahmten die Ordnungshüter Rechner und mehrere Terabyte an illegalen Kopien. Die Polizei stellte Strafanzeigen gegen Betreiber und Nutzer.
/ Werner Pluta
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Der Polizei ist ein Schlag gegen professionelle Produktpiraten gelungen, die über zwei FTP-Serverringe gewerbsmäßig illegal kopierte Musik, Filme und Software vertrieben hatten. Seit Ende Januar 2008 durchsuchten die Strafverfolger in ganz Deutschland mehr als 20 Wohnungen und Geschäftsräume. Dabei beschlagnahmte die Polizei 14 Server, zahlreiche Computer und jede Menge DVDs mit Raubkopien.

Die beiden Ringe bestanden aus jeweils sieben Servern. Nutzer konnten von ihnen gegen einen Monatsbeitrag Daten herunterladen. Zu den bereitgestellten raubkopierten Inhalten gehörten nach Angaben(öffnet im neuen Fenster) der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) Kinofilme, Fernsehserien, Musik sowie "Entertainment- und Anwendersoftware" .

Den Programmierer des Ringes nahm die Essener Polizei fest. Die Betreiber der beide Serverringe seien "bereits identifiziert" , berichtet(öffnet im neuen Fenster) die Polizei. Sie müssen ebenso wie mehrere bekannte Nutzer mit Strafanzeigen rechnen.

Ausgangspunkt der Aktion war eine Anzeige der GVU, die solche FTP-Serverringe besonders stark verfolgt, da diese "sich mit ihrem illegalen Angebot an der Schnittstelle zum Massenmarkt" befinden und "maßgeblich für jährliche Schäden der Filmwirtschaft von mehreren hundert Millionen Euro verantwortlich sind" .

Die GVU verfolgt Urheberrechtsverletzungen im Auftrag der Film- und Software-Industrie. Manche Juristen halten die Mittel, die die GVU dabei anwendet, jedoch nicht immer für angemessen . Im Jahr 2006 wurden sogar die Hamburger Geschäftsräume durchsucht , weil die GVU selbst im Verdacht stand, zur Verbreitung von Raubkopien beigetragen zu haben.


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