Zum Hauptinhalt Zur Navigation

SoC und 3D-Oberfläche: Nvidia greift nach Smartphones

System-on-a-Chip "APX 2500" mit 3D-Funktionen für Mobilgeräte. Auf dem derzeit in Barcelona stattfindenden Mobile World Congress zeigt Nvidia seinen ersten Universal-Chip für Smartphones. Der "APX 2500" soll PDAs, Smartphones und Medien-Player antreiben und verfügt über leistungsfähige 3D-Grafikeinheiten. Folglich hat Nvidia auch eine eigene Benutzeroberfläche dafür erstellt.
/ Nico Ernst
29 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Nvidia bezeichnet den APX 2500 als "den ersten Anwendungsprozessor für 720P" . Damit geht ein vollmundiges Versprechen einher: Ein Gerät im Hosentaschenformat um 200 Gramm soll laut Angaben des Unternehmens 10 Stunden HD-Film in 1.280 x 720 Pixeln (720P) mit einer Akkuladung wiedergeben können. Daher hat Nvidia dem Chip auch ein HDMI-Interface spendiert.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Gedacht ist der APX 2500 aber nicht nur für portable Media-Player, sondern vor allem für Smartphones, genauer das "Smartphone 2.0", das Nvidia als Marktchance ausgemacht hat – und das Vorbild iPhone taucht in den Präsentationen des Chip-Herstellers natürlich auch auf. Über eine eigene Funklogik verfügt das System-on-a-Chip jedoch nicht, Nvidia setzt hier auf Partner. Bei dem nur "APX 2500 Entwicklungsplattform" genannten Gerät, das rund um den Prozessor gebaut wurde, dient ein HSDPA-Modul von Infineon als Anbindung zu UMTS-Netzen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Gesteuert werden die Teile des APX 2500 von einem ARM-Kern, der auf dem Design ARM11 aus dem Jahr 2002 basiert. Nvidia hat sich hier offenbar für maximale Kompatibilität zu den zahlreichen Anwendungen für dieses Design entschieden. Mit 32 KByte L1-Cache und 256 KByte L2-Cache bei maximal 750 MHz ist der CPU-Kern aber vergleichsweise gut ausgestattet. Für die Grafik sorgt ein "Ultra Low Power GeForce" (ULP), zu diesem Grafikkern hält sich Nvidia noch recht bedeckt. Er soll OpenGL ES 2.0 und Direct3D Mobile beherrschen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Die Video-Engine, die Nvidia besonders wichtig ist, basiert auf der PureVideo genannten Technik aus anderen GeForce-Chips. Zwar spricht Nvidia bei seinem neuen SoC auch von der Möglichkeit, HD-Filme zu encoden, gibt dafür aber keine genauen Angaben zum Format heraus – 720P soll es aber sein. Für Kamera-Handys gibt es einen eigenen Funktionsblock, der mit Bildern bis zu 12 Megapixeln zurechtkommen soll und dabei auch eine Bildstabilisierung gegen verwackelte Aufnahmen bietet.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Zu diesen vier Hauptblöcken kommen noch zahlreiche Busse, unter anderem für Low-Power-DDR-Speicher sowie USB und auch das betagte I2C. So viel Konnektivität braucht der APX 2500 auch, soll er doch neben einem Funkmodul mit zahlreichen anderen Funktionen erweiterbar sein. Nvidias Referenzgerät enthält beispielsweise einen GPS-Empfänger nach SiRF III und WLAN 802.11b/g, Letzteres mittels eines Atheros-Chips. Auch mobiles Fernsehen beherrscht das Gerät, wobei gleich alle Standards namens DVB-T , DVB-H und T-DMB unterstützt werden.

Neben der nach den bisherigen Daten beeindruckenden Videoleistung hat sich Nvidia bei der Software für sein SoC besonders Mühe gegeben. In bisher nur als Standbilder gezeigten Aufnahmen der Benutzeroberfläche setzt der Grafikspezialist voll auf 3D. Wie bei iPod ("Cover Flow") und iPhone lassen sich einzelne Fenster rotieren, übereinander legen und zoomen. Dazu kommen wie bei PC-Betriebssystemen kleine "Widgets", die auf dem Desktop beispielsweise RSS-Newsticker darstellen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Um die Entwicklung zu beschleunigen, setzt Nvidia dabei voll auf Windows Mobile. Ob auch andere mobile Betriebssysteme wie Symbian oder das von Intel nun für "Mobile Internet Devices" (MID) verstärkt unterstützte Linux bei Nvidia geplant sind, gab das Unternehmen noch nicht an. Als Versuchsballon ist der APX 2500 dennoch nicht zu werten, Nvidia will in Zukunft jedes Jahr ein neues SoC für mobile Geräte vorstellen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Möglich wird diese Entwicklung durch die Übernahme des SoC-Spezialisten PortalPlayer Ende 2006. Wie Nvidia gegenüber Golem.de erklärte, führte man die beiden Entwicklerteams nach der CES 2007 zusammen, um das Projekt "A15" – so der interne Name des APX 2500 – noch 2008 marktreif zu machen. 600 Entwickler arbeiteten bisher an dem Chip, der bei TSMC in 65 Nanometern Strukturbreite gefertigt wird. Mit welchen Spannungen er arbeitet, gab Nvidia nicht bekannt.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Ebenso ist noch nicht klar, wer Geräte damit bauen soll – und ob zuerst Smartphones, Navigationsgeräte oder Media-Player damit ausgestattet werden. Nvidia rechnet jedoch zum Ende des Jahres 2008 mit dem Marktstart der ersten Produkte. Ein kompletter Neueinstieg ins mobile Geschäft ist das neue SoC für Nvidia nicht, das Unternehmen bietet bereits seit Jahren entsprechende Grafik-Prozessoren an, jedoch bisher noch keine Systems-on-a-Chip.


Relevante Themen