Project Kittyhawk - Einer, sie alle zu hosten
Unter dem Titel "Project Kittyhawk: Building a Global-Scale Computer(öffnet im neuen Fenster)" veröffentlichten die IBM-Forscher Jonathan Appavoo, Volkmar Uhlig und Amos Waterland einen Aufsatz, der sich mit der Frage beschäftigt, wie gut sich IBMs Supercomputer-Plattform BlueGene/P zum Hosten von Webapplikationen nutzen lässt. Ihre Hypothese: BlueGene/P ist auch bei typischen "web-scale workloads" verglichen mit den heute eingesetzten Cluster-Lösungen deutlich effizienter.
Dabei kann jede einzelne Node-Karte zusätzlich mit bis zu zwei IO-Nodes bestückt werden, die einen 10-Gigabit-Ethernet-Port enthalten. So kann jedes Rack mit einer Bandbreite von 640 GBit/s an die Außenwelt angebunden werden, die Gesamtbandbreite der Maximal-Installation liegt bei rund 10,4 PByte/s.
Die einzelnen Nodes können dabei wie herkömmliche Computer betrachtet werden, die in erster Linie durch eine erweiterte Floating-Point-Unit für den Einsatz in Supercomputer-Umgebungen ausgelegt wurden. Ein solches auf die parallele Verarbeitung von Aufgaben ausgelegtes System müsste sich auch sehr gut für typische Webapplikationen eignen, so die Idee hinter Kittyhawk. Dabei würde dann ein Computer entstehen, der nicht nur einzelne große Webapplikationen hosten kann, sondern das gesamte Internet.
Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz, wobei die Forscher auf kleine Root-Dateisysteme setzen, die in den Speicher der Nodes geladen werden und komplett aus dem RAM ablaufen. Sie bezeichnen diesen Ansatz als "Software Appliance". Auf diese Weise soll sich ein Block von 512 Nodes in rund 45 Sekunden mit neuer Software bestücken lassen, um z.B. aus einem Java-Server einen für Ruby on Rails zu machen. Das dazu entwickelte Software-System erlaubt es, auch einzelne solcher Images zu verändern oder zu fusionieren.
Parallel dazu wird mit einem Ansatz auf Basis des L4 Hypervisor/Microkernels(öffnet im neuen Fenster) experimentiert.
Auch als Compiler-Farm kann ein solches System genutzt werden, experimentiert wurde hierbei mit distcc(öffnet im neuen Fenster), wobei der Vorgang des Kompilierens auf mehrere hundert Nodes verteilt wird.
Die Vision der Forscher sieht den Aufbau einer globalen Computer-Infrastruktur vor, die nicht von einem einzelnen Unternehmen allein genutzt wird. Vielmehr gehe es darum, ein von vielen genutztes System zu schaffen, von dem alle dank der starken Konsolidierung profitieren. Drittanbieter sollen auf dieser Basis Dienstleistungen anbieten. Aus technischer Sicht seien die ersten Ergebnisse sehr vielversprechend, so die Forscher.
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