1 Million PS3-Besitzer helfen Folding@home
Der FAH-Client für die PlayStation 3 ist seit 22. März 2007 als Bildschirmschoner einstellbar, um bei eingeschalteter, aber ungenutzter PS3 deren Rechenkapazität zur Verfügung zu stellen. Seitdem ist die Zahl der teilnehmenden und dazu registrierten Nutzer auf über eine Million angestiegen. Sony zufolge entspricht das 3.000 PS3-Nutzern, die sich jeden Tag für das FAH-Projekt anmelden - oder zwei neue registrierten Benutzern, die jede Minute hinzukommen.
Auch wenn den Forschern zufolge nur ein Teil der PS3s auch ständig für Folding@Home(öffnet im neuen Fenster) rechnet, so zeigt sich Vijay Pande, Assistenz-Professor für Chemie und FAH-Projektleiter an der Stanford University, doch begeistert von der zusätzlichen Rechenkapazität und sieht dadurch die Möglichkeit, noch komplexere Berechnungen auszuführen. "Wir sind dankbar für die außergewöhnliche weltweite Teilnahme von PS3- und PC-Nutzern aus der ganzen Welt" , so Pande.
Gleichzeitig kämpfen Sony und das FAH-Team laut Projekt-Blog(öffnet im neuen Fenster) aber mit Netzwerkproblemen zwischen PS3-Client und FAH-Servern. Auch wenn die geballte PS3-Rechenleistung die von anderen Plattformen beim FAH-Projekt übertreffe, so seien die Server doch schnell genug, um mit der Datenmenge klarzukommen - bis zu eine Million gleichzeitig arbeitender PS3-Clients würden die dafür gedachten FAH-Server verkraften - "und wir sind davon weit entfernt" , so die Wissenschaftler auf ihrer Website.
Eine Lösung des Problems soll bereits gefunden sein, doch wann Sony Computer Entertainment mit einem aktualisierten Client aufwarten kann, weiß auch das FAH-Team noch nicht zu sagen. Sony soll jedoch bereits mit Hochdruck an einem aktualisierten Client arbeiten, da dieses Update "sehr, sehr wichtig" für das FAH-Projekt sei. Erst wenn der neue Client eingespielt ist, dürfte die immer überproportional hohe Zahl an missglückten Übertragungen von "Work Units" (WU) zurückgehen - das FAH-Team hatte es immerhin schon geschafft, ohne Client-Update die Fehlübertragungen von rund 80 auf knapp 35 Prozent zu senken, was aber immer noch weit über dem Üblichen liege.
Laut Sony schaffen 10.000 PS3s etwa die Folding@Home-Arbeit von 100.000 PCs - allerdings laufen PCs auch in der Regel mehr Stunden pro Tag als Spielekonsolen. Dennoch helfen die PS3s - mit einem Anteil von 74 Prozent an der Gesamtleistung dem Projekt, die Simulationsberechnungszeit von Jahren auf Wochen zu senken. Bereits im September 2007 wurde Folding@Home vom Guinness World Records als das bisher leistungsstärkste Distributed Computing Network gewürdigt.



