Abo
  • Services:
Anzeige

Interview: Chaos, Verschwörung, schwarze Löcher

Golem.de: Aber was ist denn die konkrete Gefahr? Das habe ich noch nicht ganz verstanden.

Rössler: Die Gefahr ist, dass sich ein kleines schwarzes Loch bildet und dann eben nicht zerstrahlt. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar recht hoch, dass es wegfliegt, aber es gibt eine ganz kleine Wahrscheinlichkeit, dass es nicht wegfliegt. Man will davon eine Million pro Jahr produzieren. Das sind genug, um zu sagen, dass davon eins ganz sicher nicht zerstrahlen wird. Dieses würde dann in der Erde herumkreisen und von Zeit zu Zeit mit einem Elementarteilchen, einem Atomkern oder einem Quark zusammenstoßen und es auffressen. Die Frage, die bleibt, ist, wie lange es dann dauert, bis dieses kleine schwarze Loch genügend stark gewachsen ist, um schließlich die ganze Welt aufzufressen. Das klingt absurd, ist aber letzten Endes sehr wahrscheinlich. Es gibt eine Abschätzung bei BBC Horizon, dass dies 50 Millionen Jahre dauern wird. Das ist das offizielle Worst Case Scenario. Doch sie vergessen dabei, dass es Chaos und Nichtlinearität gibt. Damit wächst es viel schneller. Ich bin so auf einen Faktor von 50 Monaten gekommen!

Golem.de: So funktioniert ein schwarzes Loch prinzipiell? Es frisst Atome?

Rössler: Ja, es kann nur fressen, es kann nicht abnehmen, es sei denn, es kann zerstrahlen, aber das habe ich ja kaputtgemacht, leider. Das Wachstum funktioniert dabei ähnlich wie sich Geld durch den Zins und Zinseszins auf dem Finanzmarkt vermehrt. Das geschieht auch nicht linear, sondern exponentiell.

Golem.de: Das Gegenmittel wäre ein anderes schwarzes Loch?

Rössler: Nein, es gibt kein Gegenmittel. Die Sache ist hoffnungslos, nach 50 Monaten wäre die Erde auf einen Zentimeter geschrumpft. Es wäre nichts mehr da, nicht nur kein Leben mehr, sondern auch die Erde selbst wäre weg, nur noch ihr Gewicht wäre da - als kleines schwarzes Loch.

Golem.de: Was passiert denn, wenn zwei schwarze Löcher aufeinander treffen?

Rössler: Die vereinen sich. Dann gibt es ein größeres. Da gibt es auch ein Theorem, wieder von Hawking, das besagt, dass schwarze Löcher immer nur wachsen können, sie können nicht abnehmen. Das hat er aufgestellt, bevor er die Zerstrahlung entdeckt hat. Die Zerstrahlung hat dieses Theorem dann sozusagen negiert. Da war er nicht mehr so gut wie vorher. Naja, das stimmt nicht ganz, er hat später auch noch andere gute Sachen gemacht, aber in dem Fall war die erste Theorie besser als die spätere.

Anzeige

Golem.de: Aber ein schwarzes Loch ist kein wirkliches Loch, sondern es ist Materie, nur stark verdichtet?

Rössler: Ein schwarzes Loch ist sozusagen eine so stark komprimierte Materie. So stark, dass sogar das Licht nicht mehr weg kann. Es gibt dort den so genannten Schwarzschild Radius, den Karl Schwarzschild, ein Freund von Einstein, entdeckt hat. Der besagt, dass nach der Einsteinschen Theorie es für jede Masse einen Kompressionsdurchmesser gibt, der so stark ist, dass selbst die kleinste Masse lokal so stark anzieht, dass das Licht davon nicht mehr wegkann. Zudem kann immer noch etwas darauf zufallen. Es dauert aber ewig, bis es dort ankommt. Und man weiß, dass das Licht, das vom Rand eines schwarzen Lochs aufsteigt, nicht nur unendlich rotverschoben ist, also in seiner Wellenlänge verlangsamt bzw. vergrößert ist, sondern dass es auch unendlich lange braucht, bis es herauskommt. Das weiß man. Aber man glaubt merkwürdigerweise, ein Körper könnte da in endlicher Zeit hineinfallen, obwohl das Licht dafür unendlich braucht... Man sieht schon, da stimmt etwas nicht. Da ist ein Rechenfehler dabei. Der Fehler ist aber schon 90 Jahre alt. Daher ist es unwahrscheinlich, dass die Wissenschaft auf kurze Sicht akzeptiert, dass er existiert. Weil es so blamabel ist.

Golem.de: Haben schwarze Löcher eigentlich solch eine enorm große Anziehungskraft, wie es ja gerade in Science-Fiction-Filmen oft impliziert wird?

Rössler: Die haben genau dieselbe Anziehungskraft, wie jede Masse von derselben Größe. Also wenn die Erde ein schwarzes Loch mit knapp einem Zentimeter Durchmesser wäre, dann wäre die Anziehungskraft unverändert. Der Mond würde genauso um diesen Punkt herumkreisen wie jetzt um die Erde, weil dieser Punkt genauso schwer wäre wie die Erde.

CERN hält Gefahren für sehr gering

Prof. Otto Rössler adressiert mit seinen Aussagen direkt das CERN in der Schweiz. Golem.de hat daher bei Michelangelo Luigi Mangano, einem leitenden Wissenschaftler im LHC-Projekt, nachgefragt, welche Stellung das CERN zur Position des Kritikers einnimmt.

 Interview: Chaos, Verschwörung, schwarze LöcherInterview: Chaos, Verschwörung, schwarze Löcher 

eye home zur Startseite
ilidan2k 17. Sep 2009

Die blöde Unterschicht? Komm mal klar du dummes etwas!

Julien 18. Sep 2008

Mir werfen sich trotzdem Fragen auf. Wenn es diese Kollisionen tagtäglich gibt, warum...

Poster 16. Sep 2008

Ich habe inzwischen rausgefunden, dass der Staat, oder auch die EU, vor allem auch die...

Gerald R. 09. Sep 2008

Ein interessanter Beitrag. Bin zwar kein Physiker aber die Aussagen machen skeptisch...

lexxoot 08. Sep 2008

hier eine kleine vorschau http://i474.photobucket.com/albums/rr101/Lexomat/Earthd.jpg


256bit.org Blog / 10. Sep 2008

LHC: Das Ende der Welt?

Saalepower / 17. Jul 2008

Jannewap / 16. Feb 2008

Zeitreisen??? Wird ja auch Zeit!!!

cimddwc / 15. Feb 2008

Zeitreisen, Weltuntergang, oder was?

HolonBlog / 08. Feb 2008

blog@netplanet / 08. Feb 2008



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Paulinenpflege Winnenden, Winnenden
  2. Virtual Solution AG, München
  3. Ratbacher GmbH, Raum Darmstadt
  4. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 699€
  2. 24,04€

Folgen Sie uns
       


  1. Teardown

    iFixit findet größeren Akku in Apple Watch Series 3

  2. Coffee Lake

    Intel verkauft sechs Kerne für unter 200 Euro

  3. MacOS 10.13

    Apple gibt High Sierra frei

  4. WatchOS 4.0 im Test

    Apples praktische Taschenlampe mit autarkem Musikplayer

  5. Werksreset

    Unitymedia stellt Senderbelegung heute in Hessen um

  6. Aero 15 X

    Mehr Frames mit der GTX 1070 im neuen Gigabyte-Laptop

  7. Review Bombing

    Valve verbessert Transparenz bei Nutzerbewertungen auf Steam

  8. Big Four

    Kundendaten von Deloitte offenbar gehackt

  9. U2F

    Yubico bringt winzigen Yubikey für USB-C

  10. Windows 10

    Windows Store wird zum Microsoft Store mit Hardwareangeboten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Bundestagswahl 2017 Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher
  2. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  3. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. iZugar 220-Grad Fisheye-Objektiv für Micro Four Thirds vorgestellt
  2. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  3. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern

VR: Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
VR
Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
  1. Zukunft des Autos "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  2. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  3. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor

  1. Re: Wahlkampf von Flüchtlingspolitik geprägt und...

    Eheran | 07:21

  2. Re: Zusammenhang Dateisystem und Anwendung

    RaZZE | 07:21

  3. Re: Das ist schon heftig.

    RaZZE | 07:20

  4. Re: Und bei DSL?

    Ovaron | 07:19

  5. Re: ...und meinem Vermieter sag ich jetzt was?

    Pixelfeuer | 07:16


  1. 07:23

  2. 07:08

  3. 19:40

  4. 19:00

  5. 17:32

  6. 17:19

  7. 17:00

  8. 16:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel