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Interview: Chaos, Verschwörung, schwarze Löcher

Golem.de: Worin besteht denn der Unterschied zwischen Chaos und Zufall?

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Rössler: Diese chaotischen Schwingungen haben es an sich, dass sie sehr unregelmäßig sind. Sie wiederholen sich nur in sehr langen Zeiträumen und streng genommen überhaupt nicht. Das wirkt zufällig. Aber wenn man die entsprechende Gleichung hat und von verschiedenen Computern mit derselben Rechengenauigkeit und der jeweils identischen Konfiguration berechnen lässt, dann wird man vom selben Anfangspunkt immer genau dieselbe Trajektorie erzeugen, dasselbe Bild, dieselbe Bewegung. Dann ist es also kein Zufall. Man nennt es auch deterministisches Chaos. Der Begriff stammt von Edward Lorenz.

Golem.de: Gibt es auch undeterministisches Chaos?

Rössler: Schwierig. Also wenn man Rauschen hineinbringt, das eben undeterministisch ist, dann sieht es immer noch genau gleich aus. Man kann es also kaum unterscheiden. Früher hat man sogar gemeint, dass es immer gestört sein müsste und es hat lange gedauert bis man akzeptiert hat, dass der Zufall auch von innen kommen kann und nicht nur von außen dazukommt. Aber die meisten statistischen Systeme sind natürlich ein bisschen gestört. Dann ist das Chaos mit echtem Zufall vermischt. Dann gibt es drittens noch den wirklich echten Zufall der Quantenmechanik. Der ist noch viel, viel zufälliger als das Chaos. Wolfgang Pauli nennt das den primären Zufall. Er wird hinter der Welt erzeugt, während das Chaos in der Welt noch mit rechten Dingen zustande kommt. Es ist nur unendlich empfindlich gegenüber kleinen Veränderungen. Aber der Zufall hinter der Welt, in der Quantenmechanik, der ist bisher nicht erklärt.
Niels Bohr, einer der Pioniere der Quantenphysik, wurde mal von einem Journalisten gefragt, was Quantenmechanik denn eigentlich sei. Da hat Bohr ihn zurückgefragt: "Haben Sie eine Streichholzschachtel in der Tasche, eine leere?" - "Nein?!" - ""Ja, hier ist eine. Haben Sie einen Würfel in der Tasche?" - "Nein." - "Ja hier ist einer. Dann kann ich Ihnen erklären, was Quantenmechanik ist. Machen Sie die Schachtel ganz vorsichtig auf. Tun Sie bitte den Würfel ganz vorsichtig hinein. Machen Sie sie ganz vorsichtig zu und dann geben Sie sie mir ganz vorsichtig." Dann nahm er die Schachtel mit dem Würfel und drehte sie ganz langsam um. Um 180 Grad. Dann schüttelte er heftig und drehte sie genauso vorsichtig wieder zurück. Dann gab er sie dem Journalisten und sagte: "Jetzt machen Sie die Schachtel bitte ganz vorsichtig wieder auf... Das ist Quantenmechanik." Quantenmechanik ist also der Zufall, der hinter dem Rücken der Welt zustande kommt. Das ist ein anderer Zufall als der chaotische Zufall, bei dem es noch mit rechten Dingen zugeht.

Golem.de: Sie sprachen auf der Transmediale in Berlin über die Gefahr schwarzer Löcher. Wie erklären Sie, was ein schwarzes Loch ist?

Rössler: Ein sehr humorvoller Mann, John Wheeler, der berühmte Schüler von Einstein, hat die erfunden. Sein berühmtestes Theorem lautet: "Ein schwarzes Loch hat keine Haare". Das heißt, jedes Objekt, das dort hineinfällt, verliert alle seine Eigenschaften. Bis auf drei: die Masse, die Energie und den Drehimpuls. Wheeler ist mittlerweile 96 Jahre alt. Seit 50 Jahren wartet er auf den Nobelpreis. Er hätte ihn ganz sicher verdient, aber er wird immer übergangen. Warum, weiß ich nicht.

Golem.de: Und jetzt mit den Experimenten in dem Large Hadron Collider am CERN ist seine Chance wieder da?

Rössler: Nein, er hat damit nichts zu tun. Obwohl, ja, doch! Wenn die Welt demnächst untergeht deswegen, wird er mit Sicherheit noch schnell einen Nobelpreis bekommen. Da haben Sie Recht.

Golem.de: Also Sie befürchten, die Welt wird wegen der im LHC vielleicht künstlich erzeugten schwarzen Löcher untergehen?

Rössler: Ja, am CERN wird eine Maschine gebaut, mit der das erste Mal in der Geschichte der Menschheit schwarze Löcher auf der Erde erzeugt werden könnten. Niemand weiß, ob es geht. Die Wahrscheinlichkeit liegt um die 10 Prozent herum.

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ilidan2k 17. Sep 2009

Die blöde Unterschicht? Komm mal klar du dummes etwas!

Julien 18. Sep 2008

Mir werfen sich trotzdem Fragen auf. Wenn es diese Kollisionen tagtäglich gibt, warum...

Poster 16. Sep 2008

Ich habe inzwischen rausgefunden, dass der Staat, oder auch die EU, vor allem auch die...

Gerald R. 09. Sep 2008

Ein interessanter Beitrag. Bin zwar kein Physiker aber die Aussagen machen skeptisch...

lexxoot 08. Sep 2008

hier eine kleine vorschau http://i474.photobucket.com/albums/rr101/Lexomat/Earthd.jpg


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