Nvidia übernimmt PhysX-Entwickler Ageia
Bisher hatte Ageias plattformübergreifende PhysX-Engine neben CPUs nur die eigenen PhysX-Chips zur Berechnung genutzt, während der mittlerweile Intel gehörende große Konkurrent Havok bei seiner gleichnamigen Physik-Engine Grafikchips von Nvidia und ATI zur Hilfe holen kann, aber die PhysX-Chips nicht nutzt. Ageia hatte deshalb versucht, sein PhysX SDK kostenlos anzubieten, um mehr Marktanteile zu ergattern. Nur wer die Physik-Engine den eigenen Wünschen anpassen will, muss noch Lizenzgebühren zahlen.
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang will die Entwickler von Nvidia und PhysX zusammenbringen, um "GeForce-beschleunigtes PhysX" in möglichst vielen Spielen unterzubringen. Das Nachsehen hätte AMD/ATI, denn die jeweiligen Physik-Beschleunigungsschnittstellen für die konkurrierenden Grafikprozessoren sind zueinander inkompatibel. Nvidia erwähnte die eigene, GeForce-zentrierte GPU-Computing-Schnittstelle "CUDA", auf die PhysX dann offenbar setzen soll.
Bereits jetzt kann Nvidia großen Einfluss auf die Leistung der Produkte seines Mitbewerbers ausüben – alleine durch nur für GeForce-Chips optimierte Shader bei von Nvidia unterstützten Spielen ("The Way it's Meant To Be Played"). Bei Physik-Berechnungen könnte es in Zukunft ebenso aussehen.
"Die Computer-Industrie bewegt sich in Richtung eines heterogenen Computing-Modells, das eine flexible CPU und einen massiven Parallel-Prozessor wie die GPU nutzt, um aufwendige Berechnungen wie für Echtzeit-Computergrafik durchzuführen" , so Huang. Umso deutlicher wird, wie wichtig die Spiele- und Physik-Engines sowie proprietären Schnittstellen werden, solange es keine allgemeine Physik-API gibt.
Finanzielle Details zur Übernahme haben Nvidia und Ageia noch nicht verkündet. Noch ungewiss ist zudem, was Nvidia mit PhysX-Steckkarten zu tun gedenkt – durch die Konzentration auf CPUs und GPUs dürften sie wohl bald in der Versenkung verschwinden.



