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Spieletest: Zack & Wiki - Piraten-Rätselspaß

Adventure im Comic-Look für Wii. Point-&-Click-Adventures sind eine klassische Domäne der PCs – auf Konsolen gab es meist, wenn überhaupt, nur eher mittelmäßige Umsetzungen der PC-Abenteuer. Eine rühmliche Ausnahme stellt jetzt Zack & Wiki von Capcom dar. Der Titel erscheint nicht nur exklusiv für Nintendos Wii, sondern orientiert sich auch angenehm an Genre-Klassikern wie Monkey Island, ohne dabei zeitgemäße und innovative Ideen außer Acht zu lassen.
/ Thorsten Wiesner
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Gute Adventures leben oft von ihrer spannenden Geschichte und in diesem Punkt patzen die japanischen Entwickler eigentlich. Im Grunde wird einem hier nämlich nur die Story vom jungen Zack, der gerne Pirat werden möchte, und von seinem kleinen Äffchen Wiki, das ihm dabei helfen soll, erzählt. Als die beiden eines Tages den Schädel des legendären Seeräubers Barbaros finden, scheint der Traum in greifbare Nähe gerückt: Der Veteran verspricht den Nachwuchsfreibeutern nämlich, ihre größten Wünsche wahr werden zu lassen, solange sie nur seine über diverse Levels verstreuten Knochen aufsammeln.

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Das Ganze erinnert natürlich recht deutlich an Monkey Island, allerdings dient die Story eben doch hauptsächlich dem Zweck, die einzelnen Aufgaben irgendwie miteinander zu verbinden. Anstelle einer sich stetig vergrößernden Welt betritt der Spieler hier nämlich nach und nach voneinander völlig losgelöste Level. Ein Suchteffekt stellt sich trotzdem schnell ein, eben weil hier das klassische Point-&-Click-Prinzip mit sehr intelligenten Kopfnüssen verbunden wurde.

Zu Beginn jedes Levels gewährt das Spiel einen kurzen Überblick über die jeweilige Szenerie, die oft nur aus wenigen Bildschirmen besteht. Immer wartet am Ende des Levels allerdings eine Schatztruhe, die erreicht werden will – was mit zunehmendem Spielablauf aber immer schwerer wird. Mit der Wiimote kann der Bildschirm abgesucht, einzelne Gegenstände aufgenommen, ins Inventar gelegt und kombiniert werden. Darüber hinaus müssen Mechanismen ausgelöst, Feinde passiert und diverse Rätsel gelöst werden. Das Ganze hat eine gewisse Action-Komponente, oft sollen Aufgaben unter Zeitdruck erledigt werden. Meist ist die eigentliche Herausforderung allerdings, die am Bildschirm gebotenen Möglichkeiten so zu kombinieren, dass der Schatz erreicht wird – was auf Grund gewisser Ereignisketten einiges an Knobelarbeit verlangt.

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Nicht alles erschließt sich sofort, im Großen und Ganzen logisch ist allerdings jedes Rätsel. Und geht es doch einmal nicht weiter, kann das Orakel befragt werden. Das kostet allerdings wertvolle Goldmünzen und führt außerdem zur Abwertung beim endgültigen Punktestand. Keinen Punktabzug bringt hingegen die Nutzung von Wiki: Durch Schütteln der Wiimote wird der Affe zum Einsatz gerufen und verwandelt dann zahlreiche Gegner in hilfreiche Gegenstände. Aus einem Tausendfüßler etwa macht er eine Säge, mit der sich ein Baum fällen lässt, der dann wiederum dazu da ist, einen Untergrund zu überqueren.

Auch sonst wird die Wiimote immer wieder intelligent eingesetzt. Mal hält man sie wie eine Baby-Wiege und muss sie sanft schaukeln, dann wie eine Säge führen, wie eine Kurbel drehen oder wie einen Hebel festhalten und herunterziehen – eben je nach Spielsituation und fast immer sehr intuitiv. Die Bewegungserkennung funktioniert dabei sehr gut, einzig in manch brenzliger Situation ist die Gestenumsetzung nicht so schnell, wie man es sich eigentlich wünschen würde.

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Zack & Wiki punktet darüber hinaus noch mit äußerst viel Charme: Die beiden Hauptfiguren im bunten Cel-Shading-Look wirken auf den ersten Blick etwas kindisch, wachsen einem aber schnell ans Herz und sind wunderbar animiert; Ähnliches gilt für die thematisch unterschiedlichen Welten von Dschungel bis Spukhaus und die diversen Kontrahenten. Schade nur, dass man sich – vergleichbar mit Zelda – wieder einmal eine Sprachausgabe gespart hat: Der (deutsche) Text erscheint immer nur am Bildschirm, Zack und Wiki geben jeweils nur kleine Quieklaute von sich.

Zack & Wiki ist exklusiv für Nintendos Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro.

Fazit:
Mit Zack & Wiki hat Capcom nicht nur einen der unterhaltsamsten Wii-Titel bisher vorgelegt, sondern zudem das Point-&-Click-Adventure-Genre intelligent auf die Wii portiert – und mit einfallsreichem Einsatz der Wiimote schlüssig kombiniert. Die beiden Haupthelden wachsen einem so immer stärker ans Herz, jede weitere Kopfnuss steigert den Suchteffekt des Spiels. Wer intelligente Rätsel ebenso schätzt wie gelegentliche Action-Einlagen, findet hier schon jetzt eines der Spiele-Highlights 2008.


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