Abo
  • Services:

Afghanischer Journalist für Download zum Tode verurteilt

Strafe für "Blasphemie"

Der afghanische Journalist Sajed Perwes Kambachsch ist von einem islamischen Gericht in Nordafghanistan zum Tode verurteilt worden, weil er einen Artikel aus dem Internet heruntergeladen und verbreitet hat, der sich mit den Rechten von Frauen im Islam auseinander setzt. Human Rights Watch und Reporter ohne Grenzen fordern die Aufhebung des Urteils.

Artikel veröffentlicht am ,

Am 22. Januar hat ein islamisches Gericht in Masar-i-Scharif, wo das Hauptquartier der deutschen Truppen in Nordafghanistan liegt, Sajed Perwes Kambachsch (23) wegen Blasphemie zum Tode verurteilt. Kambachsch hatte 2007 aus dem Internet einen Artikel zu Frauenrechten im Islam heruntergeladen und Kopien davon unter Kommilitonen verteilt. Am 27. Oktober 2007 war er deswegen von afghanischen Sicherheitskräften verhaftet und nach acht Tagen dem Gericht übergeben worden. Nach Aussage seines Bruders, des bekannten Journalisten Sajed Jakub Ibrahimi, wurde Kambachsch während der Haft misshandelt. Vor Gericht wurde Kambachsch ein Rechtsbeistand verwehrt. In Übereinstimmung mit dem islamischen Recht, der Sharia, wurde Kambachsch zum Tode verurteilt.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart
  2. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main

Das Urteil findet laut Welt Zustimmung bei den religiösen, juristischen und parlamentarischen Instanzen des Landes. Das Oberhaus des afghanischen Abgeordnetenhauses soll in einer Abstimmung das Urteil bestätigen. Der Senatssprecher forderte die unverzügliche Vollstreckung des Urteils. Der afghanische Journalistenverband hat gegen das Urteil protestiert.

Grundsätzlich steht Kambachsch zur Berufung der Weg vor das höchste Gericht offen. Sollte das höchste Gericht das Urteil bestätigen, was als wahrscheinlich gelten darf, da Afghanistan das islamische Recht zur Grundlage der Verfassung hat, bliebe Kambachsch nur noch die Hoffnung auf eine Begnadigung durch Präsident Karsai.

International hat der Fall für Aufsehen gesorgt. Die Vereinten Nationen (UN) verlangen ebenso nach einer Untersuchung des Falles wie der Europarat. Human Rights Watch und Reporter ohne Grenzen fordern die Aufhebung des Urteils, hinter dem sie eine Kampagne gegen den Bruder von Kambachsch sehen. Sajed Jakub Ibrahimi, Journalist des internationalen Instituts für Kriegs- und Friedensberichterstattung (IWPR), hatte 2007 eine Folge von Artikeln über Brutalitäten von afghanischen Milizen gegen Frauen und Kinder veröffentlicht, in die weltliche und geistliche Machthaber verwickelt sein sollen. Kritiker der Afghanistan-Politik der USA und ihrer Verbündeten sehen in dem Urteil ein klares Zeichen für das Versagen beim Aufbau ziviler Institutionen in dem Land. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€

Turbooverkill 22. Okt 2010

Beide Beispiels"täter" haben gegen geltendes Recht verstoßen, was zersetzend auf das...

Turbooverkill 22. Okt 2010

Nein, denn in Wahrheit (jeder weiß es!) "sichert" die Bundeswehrsöldnertruppe das...

SchauGenauerHin! 07. Feb 2008

So ein Unsinn, du rechtfertigst hier eine Terrorgruppe die Menschen in die Luft sprengt...

Tach 05. Feb 2008

Naja, wenn man kritisiert, dann sollte man schon ne bessere Quelle parat haben, sonst...

unerheblich_ 04. Feb 2008

Es ist natürlich völlig unerheblich, ob das Anklicken eines Links zur Todesstrafe führen...


Folgen Sie uns
       


MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 1

Im ersten Teil unseres Livestreams erklären wir alle neuen Mechaniken von Ravnica Allegiance.

MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 1 Video aufrufen
Padrone angesehen: Eine Mausalternative, die funktioniert
Padrone angesehen
Eine Mausalternative, die funktioniert

CES 2019 Ein Ring soll die Computermaus ersetzen: Am Zeigefinger getragen macht Padrone jede Oberfläche zum Touchpad. Der Prototyp fühlt sich bei der Bedienung überraschend gut an.
Von Tobias Költzsch

  1. Videostreaming Plex will Filme und Serien kostenlos und im Abo anbieten
  2. People Mover Rollende Kisten ohne Fahrer
  3. Solar Cow angesehen Elektrische Kuh gibt Strom statt Milch

IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
  2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
  3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
WLAN-Tracking und Datenschutz
Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
Eine Analyse von Harald Büring

  1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
  2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
  3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    •  /