Verfahren gegen Pirate Bay eröffnet
Der schwedische Staatsanwalt Hakan Roswall hat wie angekündigt am heutigen Donnerstag Anklage gegen die Betreiber des Torrent-Trackers The Pirate Bay erhoben. Roswall wirft den Betreibern vor, Internetnutzern den Tausch von urheberrechtsgeschütztem Material wie Musik, Filmen und Software zu ermöglichen und daran zu verdienen. "Der Betrieb von The Pirate Bay wird mit Werbeeinnahmen finanziert", sagte Roswall. "In diesem Sinne nutzt man urheberrechtsgeschützte Werke und Darbietungen kommerziell aus."
In der Anklage führt Roswall eine große Liste von Werken auf, deren Download über Pirate Bay zustande gekommen ist. Konkret geht es um 20 Platten, unter anderem von den Beatles und Robbie Williams, neun Filme, darunter Harry Potter und der Feuerkelch, sowie vier Computerspiele. Zu den Klägern gehören die großen Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche wie Warner, MGM, Columbia Pictures, 20th Century Fox, Sony BMG, Universal und EMI. Diese müssen nun zum 29. Februar ihre Schadensersatzforderungen vorlegen.
Im Falle einer Verurteilung droht den Angeklagten eine hohe Geldstrafe, möglicherweise sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr.
Dennoch nehmen die Betreiber die Anklage gelassen. In ihrem Blog(öffnet im neuen Fenster) machen sie sich sogar über den Umfang der Ermittlungsakten lustig. Diese umfassen 4.620 Seiten, die man für umgerechnet knapp 640 Euro bei der Polizei kaufen kann. Die Piraten schlagen vor, die Akten lieber in eine PDF-Datei zu wandeln und kostenlos über das Internet zu verteilen. Außerdem habe man nicht vor, die Polizei dafür zu verklagen, dass sie "das Material, das sie uns ohne unsere Erlaubnis weggenommen haben, kommerziell ausnutzt".
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