Abo
  • Services:
Anzeige

US-Musikindustrie für Millionenstrafen bei Urheberverletzung

Gegen Zwangsfilter für ISPs in den USA

Geht es nach dem Verband der US-Plattenfirmen (RIAA), könnten für das unerlaubte Kopieren von Musik bald neue Entschädigungssätze ins Gesetz geschrieben werden: bis zu 1,5 Millionen US-Dollar für ein Album mit 10 Titeln. Zugleich sieht RIAA-Chef Cary Sherman keinen Bedarf an Zwangsfiltern bei US-Internetprovidern.

Im US-Repräsentantenhaus wird gegenwärtig über den Entwurf zum "Prioritizing Resources and Organization for Intellectual Property Act of 2007" (PRO-IP) beraten, den eine Reihe von Abgeordneten mit guten Verbindungen zur Unterhaltungsindustrie Anfang Dezember des vergangenen Jahres vorgelegt haben. Inhalt des Gesetzentwurfes ist unter anderem eine Veränderung der Berechnungsweise für den Schadensersatz bei Urhebeberrechtsverletzungen. Das könnte in der Praxis weitreichende Folgen haben.

Anzeige

Bisher gelten Entschädigungssätze von 750 bis 150.000 US-Dollar pro Urheberrechtsverletzung und Werk. Dabei wird nicht zwischen der unerlaubten Kopie eines einzelnen Musikstückes oder der unerlaubten Kopie eines ganzen Albums unterschieden. Die Musikindustrie unterstützt nun den Vorstoß der Abgeordneten, künftig jeden einzelnen Titel eines Albums als Werk zu behandeln. Bei zehn Titeln auf einem Album ergäbe sich damit eine Entschädigungssumme zwischen 7.500 und 1,5 Millionen US-Dollar.

Vor einigen Tagen veranstaltete das US-Copyright-Office einen runden Tisch zur Diskussion des Gesetzentwurfes. Vertreten waren Musikindustrie, Verlage, Filmindustrie und Urheberrechtsspezialisten aus allen Lagern. In seinem Blog berichtet Sherwin Siy von der Bürgerrechtsvereinigung Public Knowledge unter der Überschrift "Was machen wir hier eigentlich?" über das Treffen.

In seiner Überschrift zitiert Siy den stellvertretenden Leiter des Copyright-Office, David Carson, der nach stundenlanger Diskussion der Teilnehmer keine große Unterstützung des PRO-IP-Gesetzentwurfes erkennen konnte. Dazu Siy: "[...]keiner der Teilnehmer war besonders scharf darauf, den Entwurf zu unterstützen - weder das Justizministerium noch die Handelskammer bemühten sich besonders darum. Es war lediglich ziemlich klar, dass die RIAA das will [...]" Auf Carsons Frage danach, ob jemand der Anwesenden einen einzigen Fall nennen könne, "in dem die Kläger wegen der bisherigen Entschädigungsregelung zu kurz gekommen sind", gab niemand eine entsprechende Antwort.

Die Zurückhaltung der Teilnehmer erklärt sich unter anderem auch damit, dass sie von Fall zu Fall selbst schon Erfahrungen als Beklagte sammeln konnten. So brachte Ed Klaris, Vertreter der Verlegervereinigung Magazine Publishers Association, den Fall Greenberg vs. National Geographic als Beispiel, in dem die Zeitschrift National Geographic wegen der Verletzung von Urheberrechten an Fotos zu Schadensersatz verurteilt wurde. Nach dem geltenden Berechnungsverfahren stellte das Gericht eine Verletzung der Urheberrechte durch vier Artikel fest. Nach dem im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Verfahren würde daraus eine 64fache Verletzung durch die einzelnen Fotos in den Artikeln und dem National Geographic folglich eine Strafe von bis zu 6,4 Millionen US-Dollar drohen.

Während die US-Plattenfirmen auf der einen Seite höhere Entschädigungssummen fordern, halten sie sich in der Frage von gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsfiltern bei US-Internetprovidern eher zurück. Wie CNET berichtet, hat sich RIAA-Präsident Cary Sherman auf der State-of-the-Net-Konferenz zu entsprechenden Vorschlägen ablehnend geäußert. Zuletzt hatte sich U2-Manager Paul McGuinness auf der in Cannes stattfindenden Musikmesse Midem für Zwangsfilter ausgesprochen. "Wir sind in der Angelegenheit mehr an einer Marktlösung interessiert", wird Sherman bei CNET zitiert. Er äußerte aber Verständnis für McGuinness' europäische Herangehensweise: "Paul ist Europäer und in Europa wurden solche Sachen schon immer stärker reguliert." [von Robert A. Gehring]


eye home zur Startseite
Ketzer 01. Feb 2008

Das ist doch nur das letzte Zucken eines gigantischen Kraken der mit dem Tode ringt...

Ketzer 01. Feb 2008

lol..oder er durchbohrt sich die Trommelfelle :-D

Suseberlin 01. Feb 2008

Basta. Wunderbares Argument und verleitet zu einer Vertiefung Deiner Thesen *g* Deine...

Audiokrat 01. Feb 2008

Offensichtlich werden geistig subentwickelte Rechtsverdreher als Leiter der Krach...

Spekulatius 01. Feb 2008

Also wenn einer zu mir käme und meinte er wolle jetzt 1,5 Millionen von mir, da würd ich...


unnamed feelings / 31. Jan 2008

Warum nicht gleich die Todesstrafe?



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Columbus McKinnon Industrial Products GmbH, Wuppertal
  2. LogPay Transport Services GmbH, Eschborn
  3. Schwarz Zentrale Dienste KG, Neckarsulm
  4. technotrans AG, Münsterland, Warendorf, Sassenberg, Ostwestfalen-Lippe


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-70%) 5,99€
  2. (-46%) 26,99€
  3. (-58%) 24,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Purism Librem 13 im Test

    Freiheit hat ihren Preis

  2. Andy Rubin

    Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone

  3. Sexismus

    US-Spielforum Neogaf offenbar abgeschaltet

  4. Kiyo und Seiren X

    Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer

  5. Pixel 2 XL

    Google untersucht Einbrennen des Displays

  6. Max-Planck-Gesellschaft

    Amazon eröffnet AI-Center mit 100 Jobs in Deutschland

  7. Windows 10

    Trueplay soll Cheating beim Spielen verhindern

  8. Foto-App

    Weboberfläche von Google Fotos hat Bilderlücken

  9. Fahrzeugsicherheit

    Wenn das Auto seinen Fahrer erpresst

  10. Mate 10 Pro im Test

    Starkes Smartphone mit noch unauffälliger KI



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Essential Phone im Test: Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
Essential Phone im Test
Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
  1. Teardown Das Essential Phone ist praktisch nicht zu reparieren
  2. Smartphone Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung
  3. Andy Rubin Essential gewinnt 300 Millionen US-Dollar Investorengelder

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test: Google fehlt der Mut
Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test
Google fehlt der Mut
  1. Pixel Visual Core Googles eigener ISP macht HDR+ schneller
  2. Smartphones Googles Pixel 2 ist in Deutschland besonders teuer
  3. Pixel 2 und Pixel 2 XL im Hands on Googles neue Smartphone-Oberklasse überzeugt

Krack-Angriff: Kein Grund zur Panik
Krack-Angriff
Kein Grund zur Panik
  1. Neue WLAN-Treiber Intel muss WLAN und AMT-Management gegen Krack patchen
  2. Ubiquiti Amplifi und Unifi Erster Consumer-WLAN-Router wird gegen Krack gepatcht
  3. Krack WPA2 ist kaputt, aber nicht gebrochen

  1. Re: Das nannte man früher Denunzierung und üble...

    Muhaha | 14:17

  2. Re: ein aktuelles ThinkPad T470s

    Lecavalier | 14:17

  3. Re: Wie wär's mit verfügbar machen?

    root666 | 14:17

  4. Re: Verurteilung

    Muhaha | 14:16

  5. Re: Lustige Szenarien. Lenkradsperre bei 250 KM/H

    Tantalus | 14:15


  1. 12:02

  2. 11:47

  3. 11:40

  4. 11:29

  5. 10:50

  6. 10:40

  7. 10:30

  8. 10:15


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel