Microsoft beschuldigt IBM, gegen OOXML zu wettern
Die Kampagne gegen Office Open XML (OOXML) gehe alleine von IBM aus, so Jean Paoli, "Senior Director of XML Technology" bei Microsoft gegenüber ZDNet Australien(öffnet im neuen Fenster) . Ohne IBM wäre die Standardisierung ganz normal verlaufen, so Paoli. IBM hatte bei der Abstimmung der Normungsinstitution Ecma die einzige Gegenstimme abgegeben.
Nun würde das Unternehmen verdeckte Taktiken anwenden, um die ISO-Standardisierung des Dateiformates zu verhindern, erklärte Paloi ZDNet. Nicos Tsilas, "Senior Director Interoperability and IP Policy" bei Microsoft, sagte weiter, dass IBM und die Free Software Foundation Lobbyarbeit bei Regierungen betreiben würden, um diese dazu zu bringen, sich für das konkurrierende Format Open Document (ODF) exklusiv unter Ausschluss anderer Standards zu entscheiden.
Es gehe nun um eine religiöse und politische Debatte, erklärte Tsilas. Seiner Ansicht nach handelt IBM so, um sich einen Vorteil für das eigene Geschäftsmodell zu verschaffen. Über 50 Prozent des Umsatzes bei IBM stamme aus Beratungsdiensten, durch die Open-Source-Firmen Geld verdienen würden, während Microsoft Lizenzen verkaufe. IBM schlage Regierungen vor, ausschließlich Open-Source-Produkte zu kaufen – so etwas schade jedoch Microsofts Gewinn.
IBMs Vorgehen sei ein neuer Weg, Regulierungen würden für den Wettbewerb verwendet, da das Unternehmen technisch nicht mit Microsoft konkurrieren könne. Microsoft hingegen habe sich nie aggressiv verhalten, wenn es um Standards ging, und beispielsweise nicht gegen die ODF-Standardisierung gestimmt, so Paoli. Es gebe absolut keine Parallele zwischen Microsofts Verhalten während des ODF-Standardisierungsprozesses und dem, was IBM nun tue.
Schon im Februar 2007 hatte Microsoft IBM vorgeworfen , Nutzern ODF aufzuzwingen. Bei der Abstimmung im September 2007 wurde OOXML nicht als ISO-Standard akzeptiert , 2008 folgt jedoch eine erneute Abstimmung.



