Zahl illegaler Downloads an US-Universitäten überschätzt

US-Filmindustrie: "Ein Versehen"

Der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) wies immer wieder öffentlich darauf hin, dass Studenten an US-Universitäten für 44 Prozent der Einnahmeverluste durch illegale Downloads verantwortlich seien. Zum Beleg führte die MPAA eine Studie aus dem Jahr 2005 an. Jetzt musste die MPAA zugeben, dass die genannte Zahl weit übertrieben war.

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Nicht 44 Prozent, wie 2005 in einer Studie von LEK ermittelt, sondern lediglich 15 Prozent der Einnahmeverluste der US-Filmindustrie im eigenen Land seien von den Studenten zu verantworten, teilte die MPAA jetzt mit. Die bisher genannte, dreifach zu hohe Zahl sei einem Versehen geschuldet. "Wir nehmen diesen Fehler sehr ernst und haben sofort Maßnahmen ergriffen, um sowohl die Ursache des Problems zu ermitteln als auch die Korrektheit des letzten Berichts festzustellen", erklärte die MPAA. Und weiter: "Darüber hinaus werden wir eine Überprüfung der von LEK aktualisierten Zahlen durch einen Dritten veranlassen. Wir sind davon überzeugt, dass der vollständige Bericht ein korrektes und verlässliches Bild der weltweiten Piraterie zeigen wird."

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Fachleute halten selbst die jetzt genannte Zahl von 15 Prozent für weit überhöht. So wirft Mark Luker, Vizepräsident der gemeinnützigen Vereinigung Educause, der MPAA mangelnde Differenzierung vor. Seiner Meinung nach müsse man berücksichtigen, dass nur etwa ein Fünftel aller Studenten in den USA auf dem Universitätscampus lebe. Nur diese würden auch die Universitätsnetzwerke für illegale Downloads nutzen. Damit wären die Universitäten keineswegs überproportional für Downloads verantwortlich. Genau das hatte die MPAA aber behauptet und mit der überhöhten Zahl Druck auf die Hochschulen und den Gesetzgeber ausgeübt.

Die MPAA hatte zusammen mit dem Verband der US-Musikindustrie (RIAA) die Hochschulen aufgefordert, Studenten den Zugang zu Peer-to-Peer-Netzwerken zu sperren. Zugleich entfalteten MPAA und RIAA heftige Lobby-Aktivitäten, um den Gesetzgeber in Washington dazu zu bringen, die Auszahlung bundesstaatlicher Beihilfen für Hochschulen und Studenten an aktive Maßnahmen zur "Bekämpfung der Piraterie" zu knüpfen. Ende 2007 war es den Lobbyisten gelungen, ihre Forderungen in den Gesetzentwurf des Senats zum neuen Hochschulgesetz (Higher Education Act, kurz HEA) unterzubringen, was scharfe Proteste der Universitäten zur Folge hatte. Welchen Einfluss die korrigierte Zahl auf den Gesetzgebungsprozess haben wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Kritiker wie Kenneth C. Green vom Campus Computing Project argwöhnten schon lange, dass die genannte Download-Zahl von 44 Prozent viel zu hoch war. Er erklärte, "keineswegs überrascht" zu sein. In einer E-Mail an das Hochschulmagazin Inside Higher ED forderte Green, dass "die MPAA sich bei der Campusgemeinschaft entschuldigen müsse", sollten die neuen Zahlen bestätigt werden. Seiner Meinung nach "ist P2P-Piraterie primär ein Problem der Breitbandnutzung von Verbrauchern und nicht eines der Nutzung von Universitätsnetzwerken". [von Robert A. Gehring]

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raccoon 24. Jan 2008

sowas ... soviele privat haushalte ?? ... ist denen denn nicht klar dass sie die KÜNSTLER...

uninetz 24. Jan 2008

ähh .. nein :) die unirechner sind keine backbones in deutschland. die sind alle in der...

HB 24. Jan 2008

3. für die Herstellung von Rohlingen Öl benötigt wird und jeder Raubkopierer natürlich...

karamba 23. Jan 2008

Besser geht's doch gar nicht. Studenten haben sowieso viel zu viel Geld, elende Schmarotzer.



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