EFF warnt: Musikindustrie will EU-Schutzfristen verlängern
In Anbetracht nicht unerheblicher Widerstände in einzelnen EU-Staaten gegen eine Fristverlängerung sollen also EU-Parlament und EU-Kommission der Musikindustrie zur Seite stehen. In Deutschland kämpft die <#linl text="Musikindustrie zusammen mit Schlagerstar Udo Jürgens" url="https://www.golem.de/0705/52214.html"> für eine Schutzdauer von 95 Jahren. In Deutschland wie in den meisten EU-Staaten sind die Leistungsschutzrechte an Musikaufnahmen 50 Jahre lang nach Erscheinen geschützt.
Plattenfirma und Sänger oder Sängerin haben also 50 Jahre Zeit, mit dem Verkauf der Aufnahmen Geld zu verdienen. Mit dem drohenden Auslaufen des Schutzes für frühe Aufnahmen von Künstlern wie Cliff Richard, den Beatles und Rolling Stones oder auch Udo Jürgens riefen die Künstler und ihre Plattenfirmen lautstark nach einer Verlängerung der Schutzfristen, möglichst auf 95 Jahre.
Im Jahr 2006 hatte der Gowers-Report in England eine solche Verlängerung als ökonomisch ungerechtfertigt abgelehnt, was zu Protesten von Musikern und Plattenfirmen führte. Die britische Regierung folgte den Empfehlungen des Reports und verweigerte entgegen der Empfehlung des parlamentarischen Kulturausschusses eine Verlängerung der Schutzfristen.
Der Vorsitzende des britischen Verbandes der Musikindustrie (BPI), Geoff Taylor, kündigte damals an, sich mit der Zurückweisung durch die Regierung nicht zufrieden geben zu wollen: "Wir werden auf europäischer Ebene weiter für ein faires Urheberrecht kämpfen." Er hat anscheinend Wort gehalten.
Gegen eine Verlängerung der Schutzfristen plädierte unter anderem auch der US-Ökonom Hal R. Varian im Interview mit Golem.de: "Eine nachträgliche Verlängerung ist ganz sicher nicht sinnvoll. Was zählt, sind doch die Anreize zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Werk entsteht. Künstler wie Elvis oder die Beatles wussten doch damals nicht, wie viel Geld man mit ihrer Musik verdienen kann. Sie hatten damals aber ganz offenbar genug Anreize, Musik zu machen. Es ist nicht sinnvoll, diese Anreize im Nachhinein zu erhöhen." Zusammen mit weiteren namhaften Ökonomen wie Georg Akerlof, Kenneth Arrow, James M. Buchanan, Ronald Coase und Milton Friedman legte er in einer Stellungnahme an den Obersten Gerichtshof der USA dar, dass eine Verlängerung des Urheberrechts um 20 Jahre den Wert der Rechte nur um 0,33 Prozent erhöht. [von Robert A. Gehring]
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Die Bands nicht, aber die Firmen noch mit der 25. Cover Version...
Es geht hier um Verwertungsrechte, mehr nicht, warum immer Urheberrechte geschrieben...
Und wieviel Leichen soll deine totale Geschäftsfreiheit auf ihrem Weg hinterlassen...
ich zahl doch gema - da darf ich doch hin- und herkopieren, wie es mir gefällt.