ODF Alliance widerspricht Burton-Studie
Die Studie der Burton Group empfahl, das Dateiformat OOXML zu verwenden, wenn in Organisationen bereits Microsoft Office zum Einsatz komme. Die Verbreitung dieses Formates würde zunehmen und somit die Position gegenüber ODF gestärkt, so die Autoren.
Die ODF Alliance – unter deren 480 Mitgliedern Firmen wie Google, IBM, Novell und Sun sind – bemängelt nun in einer Stellungnahme (PDF(öffnet im neuen Fenster)), dass sich die Autoren der Studie nicht zuvor an sie gewandt hätten. So hätten Fehler im Vorfeld ausgeräumt werden können, die nun auf neun Seiten aufgelistet werden.
Bei der Aussage, OOXML könne Metadaten aus alten binären Microsoft-Dateiformaten besser darstellen, würde das Dateiformat mit der Anwendung Microsoft Office verwechselt, so die ODF Alliance. Zudem vergäßen die Autoren, dass auch ODF erweiterbar sei und dabei auf vorhandene Standards setze. Die Burton-Studie hatte positiv hervorgehoben, dass sich OOXML erweitern ließe.
Auch der Vorwurf, ODF sei zu einfach gestaltet, könne nicht gehalten werden. Schließlich seien Formate wie XML und HTML ebenso wie Protokolle einfach gehalten, so die ODF Alliance. Anstatt "einfach" würde daher eher die Beschreibung "elegant" zutreffen, während Microsofts unnötig komplexes Format eher erschwere, es korrekt zu implementieren.
Weiter widerspricht die ODF Alliance dem Vorwurf, ODF würde maßgeblich durch Sun kontrolliert und führt als Gegenargument an, dass das Unternehmen im entscheidenden Gremium der OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards), unter deren Dach ODF entwickelt wurde, nur drei Stimmen hat, während IBM über vier verfügt. Dass Microsoft aber direkte Kontrolle auf OOXML auswirke, verschwiegen die Marktforscher.
Die ODF Alliance schreibt, es gebe in der Studie noch mehr Punkte, denen man widersprechen könne. Sie wünsche sich, dass der Text nochmals überprüft wird, um neutral auszufallen. Auch John McCreesh, OpenOffice.org-Marketing-Leiter, widersprach(öffnet im neuen Fenster) den Behauptungen der Burton-Studie. Diese spiegle mehr die Vorurteile des Autoren denn objektive und fundierte Erkenntnisse wider. Ferner sei es nicht möglich, die aus tausenden Freiwilligen bestehende OpenOffice.org-Community durch eine Firma zu kontrollieren, so McCreesh.
- Anzeige Hier geht es zu Linux: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.