Mandriva und Turbolinux arbeiten an Linux-Distribution
Die beiden Unternehmen haben zwar schon im Herbst 2007 ihre Zusammenarbeit begonnen, wollten jedoch warten, bis sie intern ein erstes Ergebnis vorliegen haben. In den von beiden Anbietern gegründeten Manbo-Labs arbeiten etwa zehn Entwickler aus Frankreich, Japan und Brasilien. Auch Programmierer aus der Community sollen beteiligt sein.
Zusammen wollen die Distributoren ein einheitliches Basissystem schaffen, das sich derzeit aus GCC, Glibc, RPM, dem Linux-Kernel, Bin-Utils, Mkinitrd und Udev zusammensetzt. Da diese Basis unter der GPL veröffentlicht wird, hoffen beide Firmen nach eigenen Angaben darauf, dass sich ihnen Anbieter anderer RPM-basierter Linux-Distributionen anschließen.
Durch die gemeinsame Entwicklung will man vor allem die Chance erhalten, mehr in neue Techniken und die Produktqualität investieren zu können. Unter anderem versprechen sich die Franzosen von Mandriva und die Asiaten bei Turbolinux eine verbesserte Hardware-Kompatibilität. Turbolinux-Chef Koichi Yano ist sogar überzeugt, dass durch das Abkommen ein neuer Trend bei den kommerziellen Linux-Distributionen losgetreten wird. Als erstes Produkt wird die nächste Mandriva-Distribution die gemeinsam entwickelte Basis nutzen und wohl im April 2008 erscheinen.
Turbolinux und Conectiva – das 2005 von Mandrake übernommen wurde, woraus Mandriva hervorging – waren schon gemeinsam an United Linux beteiligt. Im Rahmen dieses Projekts wollten ebenfalls verschiedene Distributoren eine einheitliche Distributionsbasis schaffen. Die Idee wurde jedoch 2004 begraben.
Zuletzt gab es 2005 Gerüchte, nach denen Mandriva, Progeny und Turbolinux gemeinsam an einer Linux-Distribution arbeiten sollten. Diese stellten sich jedoch als falsch heraus. Turbolinux gehört zu den Linux-Anbietern, die ein Abkommen mit Microsoft geschlossen haben. Mandriva gehört zu den Firmen, die diese Zusammenarbeit kritisieren.
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