Videotrace: 3D-Modelle aus Videos erstellen
In der Software wird mit Hilfe von Werkzeugen, die man aus 3D-Programmen kennt, zunächst die grobe Kontur des Objektes markiert, so dass die Grundform abgetragen wird. Mit Nurbs-Werkzeugen (NonuniformRationalB- Splines) können auch gekrümmte Linien im Raum nachgebildet werden.
Um die einzelnen Punkte markieren zu können, wird im Video einfach vor- und zurückgespult. Die bereits gesetzten Punkte und Linien bleiben dabei erhalten. Mit der Extrusions-Funktion kann z.B. aus einer Fläche ein ganzer Körper geschaffen werden. Die Linien bzw. die Endpunkte müssen zwar manuell gesetzt werden, die Software nimmt dem Benutzer jedoch die meiste Detailarbeit ab.
Der Software sind Kamera-Ruckler, die bei der gezeigten Aufnahmetechnik unvermeidlich sind, genauso egal wie der sich verändernde Schattenwurf und die Farbschattierungen des Objektes. Videotrace erzeugt im Hintergrund ein wesentlich komplexeres 3D-Modell mit Nurbs-Oberflächen und entnimmt der Videosequenz auch noch die Textur der Objekte.
Im veröffentlichten Video und einem PDF-Dokument(öffnet im neuen Fenster) zeigen die Forscher Anton van den Hengel, Anthony Dick, Thorsten Thormahlen, Ben Ward und Philip H.S. Torr, dass der manuelle Erfassungsprozess intuitiv genutzt werden kann und keine hohen Anforderungen an den Benutzer stellt.
Die Anwendungszwecke von Videotrace sind vielfältig. Außer für Entertainment- Anwendungen sind städteplanerische Verwendungsmöglichkeiten genau so denkbar wie der Einsatz im militärischen Bereich. Einen kommerziellen Einsatz von Videotrace gibt es noch nicht.


