Interview: "KDE 4.0 ist unsere Boeing 747"

KDE 4.0
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Golem.de: Wieso kam es überhaupt zu der Entscheidung, so fundamentale Änderungen an KDE vorzunehmen?

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Seigo: Man kann mit Sicherheit sagen, dass im Bereich der Clients - von Handhelds zu Workstations und allem dazwischen - so viele interessantere Entwicklung und innovative Schritte gibt wie seit langem nicht mehr. Im Vergleich dazu waren die späten 1980er- und die kompletten 1990er-Jahre langweilig. KDE war Teil dieser Bewegung und wir hatten das Gefühl, dass es an der Zeit sei, um die Voraussetzungen für ein neues Level an Möglichkeiten zu schaffen. Wir sind Technologen mit einer Leidenschaft für großartige, offene und freie Software - KDE 4 drückt dies für uns aus.

Nachdem wir uns also die Erlaubnis gegeben hatten, über den Tellerrand hinauszuschauen, haben unsere verschiedenen Teams geschaut, was funktioniert, was nicht funktioniert und wie wir es gerne hätten. Das ist nicht einfach, vor allem wenn man ehrlich zu sich selbst ist. Wir fanden heraus, dass KDE 3 zwar viele gute Funktionen hat, dass viele Komponenten aber radikal verbessert werden könnten - und dass wir einige wichtige Teile bisher einfach vergessen hatten.

Das Ziel vor unseren Augen war, dem Nutzer ein besseres Erlebnis zu bieten und unseren Einfluss auszubreiten - von Unix und Linux hin zu MacOS und Windows. Und wir wollten uns selbst eine Basis schaffen, um die beste verfügbare grafische Software zu schaffen. Von diesem Ausgangspunkt war normal und naheliegend, dass wir diese Reihe an Änderungen vorgenommen haben - auch wenn wir wussten, wie viel Zeit und Arbeit es kosten würde.

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Golem.de: Es macht den Eindruck, als würden noch mehr Funktionen des Toolkits Qt verwendet - inwiefern macht dies das Leben der KDE-Entwickler einfacher und in welchen Bereichen wird Qt der Vorzug gegeben, anstatt eine eigene Lösung umzusetzen?

Seigo: Wir haben ja schon immer ausgiebig auf die Qt-Funktionen gesetzt, doch mit Qt 4 hat Trolltech uns einfach mehr Möglichkeiten an die Hand gegeben. Vieles, was wir bei der Arbeit an KDE 3 in Qt vermisst haben, ist mit Qt 4 nun Realität. Das reicht von SVG bis hin zu SSL - Qt 4 ist ein sehr beeindruckendes Toolkit.

Aber es ist auch nur das: ein Toolkit. Wir schreiben an einem Desktop und an Anwendungen und so haben wir oft das Bedürfnis weiterzugehen, um Desktop-Integration und Ähnliches zu bieten. Da nutzen wir oft Qts Fähigkeiten, etwa bei der Model/View-Architektur, die Dateiansichten erzeugt und sowohl im Browser Konqueror als auch im Dateimanager Dolphin und im Dateidialog verwendet wird.

Interessant ist, dass Qt heute auch einige unserer Arbeiten verwendet. So sind die HTML-Rendering-Engine WebKit und das Multimedia-Framework Phonon Teil von Qt 4.4. Wir helfen uns heute also gegenseitig.

Golem.de: Der neue Desktop, Plasma, wurde als großes Konzept vorgestellt. Wie viel davon ist bereits in KDE 4.0?

Seigo: Für diese Version haben wir uns darauf konzentriert, das zugrundeliegende Framework zu schaffen und das traditionelle Desktop-Erlebnis bieten zu können. Letzteres war eine Anforderung an Plasma, da all unsere Anwender an diese Art der Arbeit mit Symbolen und so weiter gewöhnt sind. Das ist aber nur eine Sache, die sich mit Plasma umsetzen lässt, das Framework kann viel mehr.

Plasma wurde nicht nur gestaltet, um auf Notebooks und Desktop-Computern zu laufen, sondern soll auch auf Handhelds und UMPCs genutzt werden können. Mit nur wenig zusätzlicher Arbeit soll es weiterhin möglich werden, Plasma auf Unterhaltungselektronik wie Videorekordern und Media-Center-Computern laufen zu lassen.

Um diese Flexibilität zu erreichen, haben wir viel Arbeit in die Plasma-Bibliotheken gesteckt, wodurch Daten und Visualisierung getrennt sind und es möglich wird, Elemente nicht nur in C++, sondern in Skriptsprachen wie JavaScript zu schreiben. Zusätzlich haben wir Konzepte in Plasma, wie skalierbare und auflösungsunabhängige Oberflächen.

KDE 4.0
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Wir haben in diesem Zuge aber auch mit anderen Projekten zusammengearbeitet, mit X.org beispielsweise oder mit Nvidia, die einige Fehler in ihren Treibern, die im Zusammenspiel mit Plasma auftraten, korrigiert haben. In Qt 4.4 sind ebenfalls Funktionen wie Widgets-on-Canvas, die durch Plasma inspiriert und vorangetrieben wurden. Das hat uns ebenfalls Zeit gekostet.

In KDE 4.0 haben wir also eine traditionelle Desktop-Oberfläche, die ein ziemlich radikales Framework als Grundlage nutzt. Das gibt uns das Potenzial, um Objekte frei zu drehen und ihre Größe zu ändern und beliebige Objekte dahin zu packen, wo man sie gerne haben möchte. Auch die Dashboard-Ansicht, Zoom, der "Ausführen"-Dialog mit Suchfunktion, SVG-Artwork und echte Transparenz geben eine erste Ahnung von dem, was mit unserem Plasma-Framework möglich wird.

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olivier 07. Aug 2008

hallo zusammen, ich finde das kde4 gut, und die Programierer haben erstaundliches...

IT-SEAL 13. Jan 2008

... :-)

matbhm 13. Jan 2008

Nee, also der Verweis auf Firefox ist natürlich Blödsinn, weil jedenfalls KDE den...

europaer 12. Jan 2008

blech



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