Interview: "KDE 4.0 ist unsere Boeing 747"

KDE 4.0
KDE 4.0
Golem.de: Wann wird denn KDE 4.1 erscheinen, wenn dieses als komplettere und stabilere Version angesehen wird?

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Seigo: Wir haben für 4.1 noch keinen Zeitplan veröffentlicht, aber einiges ist bereits sicher. So wird es relativ schnell gehen, der Beginn des dritten Quartals 2008 ist nicht unrealistisch. Zudem wird diese Version wieder eher zu einem festgelegten Datum veröffentlicht, anstatt nach funktionalen Kriterien, womit wir wieder zu unserer traditionellen Veröffentlichungspolitik zurückgehen. Ganz sicher wird KDE 4.1 große Verbesserungen gegenüber 4.0 bringen.

Golem.de: KDE 4.0 enthält ja bereits viele Neuerungen, doch andererseits gibt es auch Funktionen wie das PIM-Framework Akonadi, die noch nicht komplett implementiert sind. Könnte dies zum Problem werden, da im Laufe der Entwicklung viele Erwartungen geweckt wurden?

Seigo: Mit Erwartungen umzugehen ist immer schwierig und in Bezug auf Open Source noch komplizierter. Wir arbeiten 100 Prozent offen, ohne einen Schleier zwischen uns und der Öffentlichkeit. Legen wir also eine Vision und eine Strategie fest, sehen die Leute diese. Um einen Entwicklungszweig zu planen, an dem die nächste Dekade gearbeitet wird, muss man viele Visionen und Pläne entwickeln. Die Öffentlichkeit hat gesehen, was wir machen, und wurde genauso aufgeregt wie wir - viele haben dabei aber nicht verstanden, dass sie den Prozess einer langfristigen Vision verfolgen. Wir haben nur unsere Richtung für diese große Reise vorgestellt und seit wir das Problem bemerkt haben, versuchen wir den Leuten klar zu machen, dass die Version 4.0 der erste Schritt ist, um unsere Ziele zu erreichen und unsere Visionen umzusetzen. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass KDE 4.0 die Anwender bereits beeindruckt.

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Manch einer mag sich daran erinnern, dass es in der Vergangenheit Kritik an den Open-Source-Desktops gab, da sie nichts Neues ausprobierten, nicht ihre Richtung darstellten und so weiter. Jetzt haben wir genau das getan. Wie das bei allen neuen Schritten ist, haben wir es vielleicht nicht so gut hinbekommen wie wir könnten oder auch in Zukunft schaffen werden, aber auch unser Publikum braucht Zeit, um sich umzustellen. Denn auch sie sind nicht gewöhnt, dass frühzeitig über kommende Entwicklungen gesprochen wird und das führt manchmal zu Verwirrung.

Es ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, aus der wir lernen. Vor solchen Problemen stehen nur große, komplett offene und erfolgreiche Projekte - und außer KDE gibt es nur wenige, auf die diese Beschreibung passt. Daher müssen wir mit Problemen umgehen, die man ansonsten in der Industrie nicht findet. Aus einer Management- und Kommunikationsperspektive betrachtet ist dies wiederum sehr interessant. Es zeigt auch, dass es heute in Open-Source-Projekten nicht nur um Programmieren geht, wenn man erfolgreich werden soll, es geht auch um Kommunikation und Marketing.

Golem.de: Für Windows Vista hat Microsoft sehr viele Funktionen angekündigt, die dann nicht in das Betriebssystem gelangten. Ist ein Vergleich zwischen Vista und KDE 4 angebracht?

Seigo: Es ist richtig, dass Vista viele der interessanten Frameworks, die Microsoft beworben hat, nicht enthält. Doch wir haben so ziemlich jedes System geschaffen, das wir haben wollten. Es gibt einen großen Unterschied zwischen vorhandenen Frameworks, die noch nicht alle Funktionen haben, wie bei KDE 4.0, und versprochenen, aber überhaupt nicht enthaltenen Frameworks, wie bei Vista.

KDE 4.0
KDE 4.0
Wir haben unter anderem ein neues Desktop-Framework, ein neues "Look & Feel", Desktop-Effekte, eine überall vorhandene Suche mit Metadatenunterstützung, verbesserten Umgang mit Hardware, ein neues Multimediasystem, einen neuen Dateimanager, ein integriertes Instant-Messaging-System und ein System für Groupware-Daten angekündigt. All das findet man in KDE 4.0! Viele dieser Komponenten werden zwischen jetzt und KDE 4.1 noch dramatisch weiterentwickelt, aber das heißt nicht, dass die Frameworks nicht schon vorhanden sind. Wir haben nichts, was wir angekündigt haben, auf dem Fußboden des Schneideraums zurückgelassen - und genau deshalb haben wir so lange gebraucht, um dorthin zu kommen, wo wir jetzt sind.

Der normale Nutzer wird in den nächsten Versionen verfolgen können, wie diese neuen Techniken praktisch verwirklicht werden, nämlich dann, wenn mehr Anwendungen darauf aufbauen.

Und zu guter Letzt: Wir haben weniger als die Hälfte der Zeit gebraucht, die Microsoft für Vista benötigt hat - außerdem hatten wir nur einen Bruchteil ihres Budgets. Wir können das als Team schaffen, da jeder Beteiligte mit viel Leidenschaft dabei ist und wie effiziente Entwicklungsprozesse nutzen.

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olivier 07. Aug 2008

hallo zusammen, ich finde das kde4 gut, und die Programierer haben erstaundliches...

IT-SEAL 13. Jan 2008

... :-)

matbhm 13. Jan 2008

Nee, also der Verweis auf Firefox ist natürlich Blödsinn, weil jedenfalls KDE den...

europaer 12. Jan 2008

blech



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