Abo
  • Services:

Hacker-Tools in Großbritannien nur bedingt strafbar

Neue Richtlinien erlauben Besitz für Sicherheitstests

Das war wohl zu viel des Guten: In der Neufassung des britischen Computerstrafrechts, des Computer Misuse Acts (CMA), haben die Autoren den Besitz, die Herstellung und die Weitergabe von Hacker-Tools wie etwa Programmen zum Eindringen in fremde Computer, unter Strafe gestellt. Neue Richtlinien schwächen dieses Verbot jetzt ab.

Artikel veröffentlicht am ,

Auf sechs Seiten präzisiert der CPS, eine Regierungsorganisation, die zwischen Parlament und Strafverfolgern vermittelt, die Gesetzgebung über die Hacker-Tools. Danach muss ein Staatsanwalt nachweisen, dass solch ein Programm ausschließlich zu kriminellen Zwecken entwickelt worden ist. Diese Unterscheidung ist nötig, weil Software oft verschiedene Anwendungen zulässt - nützliche wie bösartige. So arbeiten etwa Programme zur Durchführung von Lasttests ähnlich wie solche zur Ausführung einer Denial-of-Service-Attacke.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Raum Frankfurt am Main
  2. talpasolutions GmbH, Essen

Die Ergänzungen waren notwendig, weil das Verbot Computerexperten kriminalisiert hätte, die solche Werkzeuge nutzen, um die Firewalls und andere Sicherheitssysteme zu testen. Die Industrie hatte das Gesetz deshalb kritisiert und die Regierung zu der Erweiterung gedrängt.

Die jetzt veröffentlichen Richtlinien sind eine Ergänzung zum Anfang 2006 novellierten CMA. Dieses Gesetz gegen den Missbrauch von Computern, das beispielsweise das Eindringen in fremde Computer unter Strafe stellt, ist Teil des Police and Justice Act 2006. Die Neufassung des CMA verschärft unter anderem die Höchststrafe für Hacking von fünf auf zehn Jahre und stellt Denial-of-Service-Attacken sowie die Verbreitung von schädlichem Code unter Strafe.

Ganz so dramatisch, wie es klingt, war die Angelegenheit übrigens nicht: Britische Computersicherheitsexperten standen nicht zwei Jahre lang mit einem Fuß im Gefängnis. Denn obwohl der CMA bereits zwei Jahre alt ist, ist er noch nicht in Kraft. Es wird erwartet, dass das Gesetz nicht vor Mai 2008 verabschiedet wird.

Das deutsche Gesetz zur Bekämpfung der Computerkriminalität verbietet ebenfalls Hacker-Tools. Wie in Großbritannien kritisierten auch deutsche Unternehmen und Computerexperten im Vorfeld das Gesetz. Sogar der Bundesrat hatte Bedenken gegen das Gesetz angemeldet. Am Ende wurde das Gesetz jedoch in der Fassung der Bundesregierung verabschiedet.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 35€
  2. 99€
  3. 39€
  4. 64€

gustav 03. Jan 2008

bald die gleiche bananen republik wie die usa...

cperrin88 03. Jan 2008

So sollte es nach möglichkeit auch in Deutschland aussehn.


Folgen Sie uns
       


Golem.de baut das Labo-Haus - Timelapse

Wir haben uns beim Aufbau vom Nintendo-Labo-Haus gefilmt und die Eindrücke im Timelapse gesichert.

Golem.de baut das Labo-Haus - Timelapse Video aufrufen
Google I/O 2018: Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler
Google I/O 2018
Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler

Google I/O 2018 Die Google I/O präsentiert sich erneut als Messe für Entwickler und weniger für konventionelle Nutzer. Die Änderungen bei Maps, Google Lens oder News sind zwar nett, spannend wird es aber mit Linux-Apps auf Chromebooks.
Eine Analyse von Tobias Költzsch, Ingo Pakalski und Sebastian Grüner

  1. Google Android P trennt stärker zwischen Privat und Arbeit
  2. Smartwatch Zweite Vorschau von Wear OS bringt neuen Akkusparmodus
  3. Augmented Reality Google unterstützt mit ARCore künftig auch iOS

Leserumfrage: Wie sollen wir Golem.de erweitern?
Leserumfrage
Wie sollen wir Golem.de erweitern?

In unserer ersten Umfrage haben wir erfahren, dass Sie grundlegend mit uns zufrieden sind. Nun möchten wir wissen: Was können wir noch besser machen? Und welche Zusatzangebote wünschen Sie sich?

  1. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
  2. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?
  3. Jahresrückblick 2017 Das Jahr der 20 Jahre

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


      •  /