US-Präsident Bush hat Open-Access-Gesetz unterzeichnet

Ergebnisse aus steuerfinanzierter Medizinforschung nach 12 Monaten frei

Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat US-Präsident Bush ein Gesetzespaket verabschiedet, das unter anderem auch neue Open-Access-Bestimmungen enthält. Die National Institutes of Health (NIH) werden damit verpflichtet, bei der Forschungsförderung verbindliche Open-Access-Klauseln einzuführen.

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Lange haben die im Verlegerverband AAP zusammen geschlossenen US-Fachverlage gegen Forderungen nach offenem Zugang zu mit Steuermitteln finanzierten, wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln (Open Access) gekämpft - und nun doch verloren. Am zweiten Weihnachtsfeiertag unterzeichnete US-Präsident Bush den Consolidated Appropriations Act of 2007 (H.R. 2764), ein Bündel aus Gesetzesmaßnahmen, das neben neuer Gelder für die Kriege in Afghanistan und im Irak auch Bestimmungen zu Open Access enthält.

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Die National Institutes of Health (NIH), mit einem Budget von 29 Milliarden US-Dollar einer der weltweit größten Forschungsförderer im Bereich der Life Sciences, müssen in Zukunft von den Geldempfängern vertraglich die Open-Access-Publikation ihrer Forschungsergebnisse verlangen. Spätestens 12 Monate nach der Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift müssen die Artikel auch über das NIH-Internetarchiv PubMed Central der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden. Bisher gab es bei den NIH nur freiwillige Open-Access-Bestimmungen.

Die Verabschiedung des Gesetzes wurde von Open-Access-Aktivisten, Wissenschaftlern und Bibliothekaren begrüßt. Harold Varmus, Medizin-Nobelpreisträger von 1989, erklärte dazu: "Der einfache Zugang zu neuem Wissen ist der Schlüssel zu schnellen Fortschritten in den Wissenschaften. Den gewaltigen Nutzen eines breiten, ungehinderten Zugangs zu Informationen hat das Human Genome Project vor Augen geführt. [...] Der Nutzen wird durch den zeitnahen Zugang zu den von NIH-Instituten finanzierten Forschungsartikel noch dramatisch zunehmen." Und David Shulenburger, Vizepräsident des Hochschulverbandes NASULGC, zeigte sich erfreut darüber, dass "der verbesserte Zugang es den Universitäten erlaubt, ihre Investitionen in die Forschung zu maximieren, wodurch die Chancen für neue Entdeckungen steigen". [von Robert A. Gehring]

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