Abo
  • Services:

HTML 5: Streit um Ogg Theora

Soll HTML einen Codec als Minimalstandard vorschreiben?

Das World Wide Web Consortium (W3C) arbeitet derzeit an einer Spezifikation für HTML 5, die auch das Thema Video adressieren soll. Künftig sollen sich Videos einfacher in Webseiten einbetten lassen, ohne dass es Plug-Ins wie Flash bedarf. Bei der Frage der durch die Browser zu unterstützenden Codecs gibt es jedoch Probleme.

Artikel veröffentlicht am ,

So drängte Nokia darauf, noch vor Veröffentlichung eines ersten Entwurfs den freien Video-Codec Ogg Theora aus der Spezifikation zu entfernen, denn zunächst war vorgesehen, die Unterstützung des Video-Codecs Ogg Theora sowie des Audio-Codecs Ogg Vorbis in der HTML5-Spezifikation festzuschreiben. Es reicht nicht aus, nur das entsprechende Markup festzulegen, es bedarf auch eines Minimalstandards, den alle Browser unterstützen.

Stellenmarkt
  1. PTV Group, Karlsruhe
  2. BWI GmbH, Bonn

In einem Positionspapier bezieht Nokia klar Stellung gegen den freien Codec. Besser sei es, auf Codecs zurückzugreifen, die von großen Standardisierungsorganisationen entwickelt wurden, auch um das Risiko von Patentverletzungen einzugrenzen. Zudem müsse das jeweilige System DRM zulassen. Gegenüber Ogg haben einige große, finanzstarke Unternehmen Bedenken geäußert, da sie befürchten, sich Patentklagen auszusetzen. Ogg Theora basiert auf dem einst proprietären Codec VP3 von On2, wird heute aber von der Xiph.org-Foundation entwickelt, der von On2 dazu unwiderrufliche Lizenzen zur Nutzung der entsprechenden Patente eingeräumt wurden.

Geht es nach Nokia, wird H.264 alias MPEG-4 Part 10 oder AVC (Advanced Video Coding) in der Spezifikation von HTML 5 festgeschrieben. Allerdings unterliegt H.264 zahlreichen Patenten, was den Richtlinien des W3C widerspricht.

So heißt es im aktuellen Diskussionsentwurf von HTML 5 nur noch: "Es wäre aus Gründen der Interoperabilität hilfreich, wenn alle Browser die gleichen Codecs unterstützen würden. Allerdings gibt es derzeit keine bekannten Codecs, die alle zufriedenstellen: Wir benötigen einen Codec, der nicht per Einheit oder per Distributor lizenziert wird, kompatibel mit dem Entwicklungsmodell Open Source ist, eine brauchbare Qualität bietet und ohne verdeckte Patentrisiken für große Unternehmen auskommt" Die Frage ist damit weiterhin offen und noch zu klären.

So werden derzeit einige alternative Lösungen diskutiert: Eine könnte darin bestehen, doch keinen Codec als Minimalstandard festzulegen, eine andere darin, einen alten Codec wie H.261 oder H.263 zu nutzen, deren Patente in absehbarer Zeit auslaufen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,67€
  2. 34,95€
  3. (-30%) 4,61€

Zornkopf 18. Jan 2008

ich habe seit ich mit dem handy telefoniere (ca. 15 jahre)außer 1 mal ne alternative...

Grip 18. Jan 2008

Der Name ist ja schon sowas von doppeldeutig. Als Mechaniker kann ich nur sagen: "NO...

Nameless 14. Dez 2007

Was für eine fadenscheinige Begründung für die Integration von DRM! Echt hinterhältig...

GodsBoss 13. Dez 2007

Das eine ist ein richtiges Beispiel (bgcolor), das andere ein falsches (). Statt bgcolor...

WEB-Autor 12. Dez 2007

Ja, HTML 5 ist wirklich der pure Unsinn. Da können einfach keine Informatiker dahinter...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10 Plus - Test

Das Galaxy S10+ ist Samsungs neues, großes Top-Smartphone. Im Test haben wir uns besonders die neue Dreifachkamera angeschaut.

Samsung Galaxy S10 Plus - Test Video aufrufen
Pie: Google und die verschollenen Android-Zahlen
Pie
Google und die verschollenen Android-Zahlen

Bis Oktober 2018 hat Google jeden Monat Zahlen zur Verbreitung der verschiedenen Android-Versionen veröffentlicht. Daran ließ sich unter anderem ablesen, wie schnell sich eine neue Version am Markt durchsetzt. Seit gut einem halben Jahr schweigt Google aber - was ist da los?
Von Tobias Költzsch

  1. Google Neue Android-Q-Beta bringt App-Blasen
  2. Security Patch Google beseitigt im April Qualcomm-Sicherheitslücken
  3. Android 10 Google veröffentlicht erste Betaversion von Android Q

Cascade Lake AP/SP: Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen
Cascade Lake AP/SP
Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen

Während AMD seine Epyc-Chips mit 64 Cores erst im Sommer 2019 veröffentlichen wird, legt Intel mit den Cascade Lake mit 56 Kernen vor: Die haben mehr Bandbreite, neue Instruktionen für doppelt so schnelle KI-Berechnungen und können persistenten Speicher ansprechen.
Von Marc Sauter

  1. Cascade Lake Intel legt Taktraten der Xeon SP v2 offen
  2. Optane DC Persistent Memory So funktioniert Intels nicht-flüchtiger Speicher
  3. Cascade Lake AP Intel zeigt 48-Kern-CPU für Server

Verschlüsselung: Ärger für die PGP-Keyserver
Verschlüsselung
Ärger für die PGP-Keyserver

Die Schlüsselserver für PGP sind so ausgelegt, dass sie fast alles ungeprüft akzeptieren. Das führt zu zahlreichen Problemen, zuletzt wurden die Keyserver aufgrund von Angriffen mit vergifteten Schlüsseln immer unzuverlässiger.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. OpenPGP/GnuPG Signaturen fälschen mit HTML und Bildern
  2. GPG-Entwickler Sequoia-Projekt baut OpenPGP in Rust

    •  /