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Spieletest: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen

Simple Sport-Minispielsammlung für Wii. Als Nintendo und Sega offiziell ankündigten, gemeinsam ein Spiel mit Mario und Sonic zu entwickeln, kam das einer kleinen Sensation gleich – schließlich hatte vor allem in den 90er-Jahren ein erbitterter Kampf zwischen den beiden japanischen Unternehmen stattgefunden, und jedes neue Klempner-Programm trat im Grunde in direkten Wettstreit mit dem aktuellsten Igel-Jump-&-Run. Nachdem sich Sega nun schon einige Zeit aus dem Konsolengeschäft zurückgezogen hat und somit auch für Nintendo-Hardware Spiele produziert, konnte das einst Unmögliche aber Realität werden. Schade nur, dass das Spiel längst nicht so gelungen ist, wie man es sich im Vorfeld angesichts der großen Namen erhofft hatte.
/ Thorsten Wiesner
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Bei einem Spiel mit Mario und Sonic hätte ein Plattformtitel förmlich auf der Hand gelegen, die Entwickler entschieden sich stattdessen allerdings für eine Minispiel-Sammlung – und von denen gibt es auf der Wii bekanntlich bereits einige. Immerhin: Dank offizieller Olympia-Lizenz müssen sich Mario und Sonic nicht in irgendwelchen Disziplinen austoben, sondern treten gleich in diversen, der Realität nachempfundenen Wettkämpfen an, die allerdings noch um einige Fantasiespielchen erweitert wurden.

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Als wählbare Charaktere sind nicht nur Sonic und Mario dabei, sondern auch einige andere Bekannte aus den jeweiligen Universen – Yoshi und Luigi etwa auf der einen Seite, Tails und Knuckles auf der anderen. Jeder Einzelne von ihnen verfügt über bestimmte Stärken und Schwächen, im eigentlichen Spiel wirken die sich aber nur begrenzt aus.

Disziplinen können einzeln oder kombiniert ausgeführt werden, wobei – zumindest auf dem Papier – für Abwechslung gesorgt wird: Sprint, Weitsprung, Hammerwerfen, aber auch Fechten, Tontaubenschießen, Rudern oder Bogenschießen stehen auf dem Programm. Und das kann durchaus schweißtreibend werden: Oft, zum Beispiel beim Sprint oder beim Anlauf zum Sprung, müssen Nunchuk und Wiimote schnell und abwechselnd auf und ab bewegt werden – das erinnert an beste Summer-Games-Zeiten und sorgt schnell für Muskelkater. Dann wieder muss im richtigen Moment der Controller hochgerissen, im Kreis geführt oder seitlich umgeklappt werden, oft auch unter gleichzeitigem Drücken eines Aktionsknopfes; Timing ist also mehr als entscheidend für den Spielerfolg.

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Jede Disziplin wird vor dem Spiel-Start auf Wunsch kurz erklärt, die gebotenen Beschreibungen sind allerdings nicht immer wirklich ausreichend und verständlich – Frust und Trial-&-Error-Passagen bleiben da stellenweise leider nicht aus.

Überhaupt hätte man sich manchmal etwas mehr Feintuning bei den Disziplinen gewünscht: Vieles wirkt etwas lieblos und nicht sonderlich einfallsreich umgesetzt – die Bewegungs- und Timing-Spielchen wissen nur begrenzte Zeit zu unterhalten, selbst wenn man im 4-Spieler Modus mit Freunden antritt. Auch enttäuschend: Die Präsentation hätte deutlich mehr Olympia-Flair einfangen können; abgesehen von den gelungenen Charakteren gibt es weder wirklich sehenswerte Einleitungssequenzen noch ansehnliche Sportstätten zu sehen.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro.

Fazit:
Über die Tatsache, dass man Marios und Sonics erstem gemeinsamen Videospielauftritt keine Jump-&-Run-Umgebung spendiert hat, könnte man hinwegsehen, über die teils lieblose Umsetzung der jetzt veröffentlichten olympischen Minispiele leider nicht: Zu knappe Erklärungen, fehlendes Flair, detailarme Grafiken und eine nicht immer perfekt abgestimmte Steuerung lassen vermuten, dass nicht genügend Entwicklungszeit in diesen Titel gesteckt wurde; trotz durchaus vorhandener guter Ideen macht sich da leider schneller als erwartet große Ernüchterung breit.


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