Red-Hat-Manager: Novell verkauft Beta-Code

Novell reagiert gelassen

Red Hats Vizepräsident für den Infrastruktur-Geschäftsbereich, Scott Crenshaw, hat gegenüber Pressevertretern gesagt, Novell verkaufe ein Produkt, das nur Beta-Qualität habe und zudem größtenteils von Red Hat stamme. Novell macht für diese Stimmung verantwortlich, dass Red Hat sein Echtzeit-Linux später angekündigt hat als Novell.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Anlässlich der Ankündigung der Echtzeitlösung Red Hat Enterprise MRG sagte Crenshaw, dass der in Suse Linux Enterprise Real Time (SLERT) verwendete Code bei Red Hat nur als Beta-Produkt behandelt würde. Red Hat könne dies gut beurteilen, da der Großteil von ihnen stamme, so Crenshaw gegenüber ZDNet.

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Nach seinen Angaben würden 80 Prozent des in SLERT verwendeten Echtzeit-Quellcodes von Red Hat stammen. "Wir begrüßen Novell in der Echtzeit-Community und warten darauf, dass sie etwas beitragen", so Crenshaw gegenüber ZDNet. Der von Novell ausgelieferte Code sei jedoch noch instabil, würde aber für einen Beta-Test ausreichen.

Laut IT Jungle soll die letzte SLERT-Version nicht mehr die ursprünglich von Novell und Concurrent entwickelte Technik nutzen, sondern die von der Linux-Community entwickelten Echtzeit-Erweiterungen für den Linux-Kernel 2.6.22.

Novell reagierte auf Crenshaws stechenden Kommentar bereits: "Notiz an Red Hat: es ist Open Source, erinnert ihr euch?", schreibt Unternehmenssprecher Kevan Barney. Die Technik in SLERT sei getestet und für den Unternehmenseinsatz geeignet, so Barney. "Nur weil Red Hat mit seinem Produkt mal wieder zu spät auf den Markt kommt (siehe Enterprise-Linux-Desktop, Xen-Virtualisierung, etc.), bedeutet dies nicht, dass Linux Beta-Code enthält."

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SLERT laufe bereits in kritischen Umgebungen bei echten Kunden wie Thomson Financial, so Barney weiter. Zudem verweist er darauf, dass Novell gemeinsam mit Firmen wie Montavista, Wind River und Concurrent zu der Echtzeit-Entwicklung beigetragen habe - ein Blick auf die Mailingliste der Echtzeit-Community würde schnell zu Tage fördern, wer wirklich etwas beitrage.

Red Hat spreche oft über den Wert des Open-Source-Modells, da dieses Innovation fördere, so Barney, und genau darum gehe es bei Novells Linux-Produkten: Kunden innovative Lösungen rechtzeitig anzubieten. Mit der Behauptung, Red Hat sei die Quelle alles Guten, wenn es um Linux und Open Source ginge, tue der Anbieter weder der Community noch seinen Kunden einen Gefallen, schließt Barney.

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