Läuten Wal-Mart, Amazon und Pepsi das Ende von DRM ein?

Branchefremde Unternehmen gegen Kopierschutz

Eifersüchtig haben die Plattenfirmen lange die Rechte für online verkaufte Musikstücke verteidigt: Wer einen Song kaufte, durfte damit nicht machen, was er wollte, sondern nur, was die Labels ihm erlaubten. Inzwischen sehen manche einstigen Verfechter der Idee DRM als gescheitert an. Das Ende könnten ein Limonadenhersteller, ein Online-Händler und eine Einzelhandelskette einläuten.

Artikel veröffentlicht am ,

Glaubt man einem Bericht des amerikanischen Musikmagazins Billboard, ist das Ende des Digitale Rights Management (DRM) nahe. Von den so genannten großen Vier im Musikgeschäft - den Plattenfirmen EMI, Sony BMG, Warner Music und Universal Music - haben sich zwei zumindest in Teilen bereits von DRM getrennt: EMI hatte im Frühjahr als erste Plattenfirma den Kopierschutz abgeschafft. Universal bietet seit August 2007 testweise fast sein komplettes Programm im MP3-Format ohne Rechteeinschänkungen an. Lediglich Sony BMG und Warner halten noch an den Restriktionen beim Kopieren und Brennen online gekaufter Musikstücke fest.

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Doch drei branchenfremde Unternehmen könnten das Ende der Rechtbeschränkung einläuten: Wal-Mart, Amazon und Pepsi. Nach Informationen von Billboard will Wal-Mart in den nächsten Wochen alle Songs aus seinem Online-Shop entfernen, die nicht auch im MP3-Format vorliegen. Das zielt gegen Warner und Sony BMG, die bisher nur "Windows Media Audio"-Dateien anbieten. Würde Wal-Mart die Songs der beiden Majors aus einem Shop entfernen, wäre das auf den ersten Blick nicht so schlimm: Wal-Marts Anteil am Online-Musikgeschäft liegt bei gerade mal von 2 Prozent.

Offline sieht es jedoch anders aus: 22 Prozent der in den USA verkauften CDs gehen über die Ladentische des Einzelhandelsgiganten. Beugen sich die beiden Plattenfirmen nicht Wal-Marts Wunsch nach MP3-Musik, könnte sich das, so wird spekuliert, auch negativ auf die Verkaufsförderung ihrer CDs auswirken.

Die Marktmacht von Wal-Mart belegt das Beispiel der amerikanischen Band Eagles ("Hotel California"): Die Alt-Rocker wollen ihr neues Album "Long Road Out of Eden" ohne Plattenfirma vermarkten. Als Partner haben sie Wal-Mart gewonnen: Wie Glenn Frey und Don Henley, die beiden Köpfe der Band, in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS berichteten, hat Wal-Mart der Band gleich 3 Millionen CDs abgenommen.

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Pepsi und Amazon wollen zusammen eine Milliarde Songs online unter das amerikanische Volk bringen. Die Sammelaktion soll zum Super Bowl Anfang Februar 2008 starten. Dazu will der Limonadenhersteller Codes auf fünf Milliarden Flaschendeckel drucken. Für jeweils fünf Deckelcodes können sich die Teilnehmer einen Song bei Amazon herunterladen. Der Online-Händler bietet seit Sommer 2007 Musik-Downloads an - im MP3-Format und ohne DRM. Für die Aktion hat Amazon alle Major-Labels angefragt. Einige verweigerten ihre Teilnahme - was allerdings weniger am Rechte-Management, sondern mehr an dem Preis lag, den Amazon für einen Song zu zahlen bereit ist.

Die erste Sammelaktion von Pepsi aus dem Jahr 2004, damals zusammen mit iTunes, war eher ein Flop: Die Teilnehmer luden gerade mal 5 Millionen Songs herunter. Angeboten wurden 100 Millionen, die Erwartungen lagen bei 25 Millionen heruntergeladenen Songs. Der Handel mit digitalen Musik-Downloads steckte damals allerdings noch in den Kinderschuhen: 142,6 Millionen verkaufte Songs registrierte das Erfassungssystem Nielsen SoundScan 2004. Das hat sich inzwischen geändert: 2007 werden voraussichtlich 735,4 Millionen Songs über das Internet verkauft. Angesichts dieser Zahlen dürfte auch die Beteiligung an der Super-Bowl-Aktion 2008 besser ausfallen.

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xyz 07. Dez 2007

Richtig, die Wasserzeichen sind nur eine subtilere Form von DRM. Zwar vereinfacht das...

jm2c 06. Dez 2007

Meines Wissens ist Wal Mart an den Arbeitnehmerrechten in Deutschland gescheitert. Die...

derhacker 04. Dez 2007

dann schaff mal ab das Problem ist, dass immernoch einige meinen, diese software sei...

eppic 04. Dez 2007

Weil er im Gegensatz zu OGG ein Standard ist und nicht nur bei irgendwelchen Nerds...



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