Wenn der Computer zur Sucht wird (Update)

Um herauszufinden, ob ein Kind computerspiel- bzw. internetsüchtig ist, müsse zudem gefragt werden, welche Funktion das exzessive Verhalten hat und warum es über das hinausgeht, was 90 Prozent der Klassenkameraden aufweisen. Als Beispiele führt Grüsser-Sinopolis das Sehnen nach Zuwendung, eine unglückliche Liebe oder einfach nur die Anerkennung im - ebenfalls spielenden - Freundeskreis an.

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Auch die Reaktion auf Computerspielverbote sind relevant: Grüsser-Sinopoli berichtet von Kindern, die das Wohnzimmer ihrer Eltern fast zerlegt haben, wenn ihnen der Computer weggenommen wurde. Da gehe es dann nicht mehr darum, ob das Kind "ein bisschen mehr als sauer" sei, sondern um sehr extreme Reaktionen auf Verbote.

Zudem sei zu klären, welche Stärken das Kind mitbringt und welche Einflussmöglichkeiten bei dem Kind überhaupt Erfolg versprechen. "Und dann haben wir noch eine Entscheidung zu treffen, ob man das Problem innerhalb der Familie lösen kann oder ob man professionelle Hilfe hinzuziehen sollte." Sobald Kinder von der Absicht reden, sich zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, dann solle ihr zufolge sofort ein Kinder- und Jugendpsychiater aufgesucht werden - und die vom Kind geäußerte Absicht auch angegeben werden.

Anhand eines Kriterienkatalogs zur Verhaltensbeobachtung über verschiedene Bereiche könne dann auch mit den Eltern oder anderen Angehörigen überprüft werden, ob sich durch das Computerspielverhalten etwas änderte. Kennzeichnendes Merkmal von einem süchtigen Verhalten sei immer der Kontrollverlust: Die Betroffenen können ihre schädlichen Verhaltensweisen nicht mehr kontrollieren, obwohl sie aufhören wollen, können sie es nicht. Betroffene würden sich selbst und ihre Umwelt vernachlässigen, weil das Computerspiel Denken, Gefühle und Emotionen dominiert. Ähnlich wie beim Alkohol, bei dem immer mehr getrunken würde, um den gewünschten Effekt wieder zu erhalten, gehe es beim Spiel darum, sich ein besonders positives Gefühl abzuholen.

Wenn sich die schulischen Leistungen des Kindes verschlechtern und es vielleicht mehr am Computer sitzt als sonst, dann müsse es nicht zwangsläufig am Computer liegen. "Es kann ja auch sein, dass es zu Hause Schwierigkeiten gibt. Dass die Eltern sich viel streiten, dass das Kind dann in der Schule absackt und sich über den Computer in die virtuelle Welt flüchtet. Dann hat das eigentlich nicht unbedingt etwas mit Sucht zu tun, weil dann im gesamten Bedingungsgefüge ganz andere Ursachen zugrunde liegen", erklärte Grüsser-Sinopoli.

Dass beim eigenen Kind etwas nicht in Ordnung ist, merken Eltern vor allem dann, wenn Konzentrationsschwierigkeiten und ein Leistungsabfall in der Schule auftreten. Dabei gibt es noch andere Zeichen, die schon viel früher zu sehen sind, etwa eine Veränderung der Ernährungs- und Schlafgewohnheiten. Grüsser-Sinopoli berichtet, dass vielen Eltern erst auf Nachfrage auffalle, dass ihr Kind ständig am Computer sitzt und nur Cola - also coffein- und zuckerhaltiges Aufputschmittel - trinkt. Für Verblüffung im Publikum sorgte zudem die Aussage, dass in einer Studie an einer Berliner Grundschule herauskam, dass diejenigen Sechstklässler, die viel am Computer sitzen, beispielsweise "sehr viel mehr Kaffee" trinken würden als solche, die weniger am Computer sitzen.

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dsdsa 04. Dez 2007

Schau mal was von dem was du öhmm..... vieles!

mugen 04. Dez 2007

Upps. Streiche "banal", setze "flach" ein.

Sir Jective 04. Dez 2007

ich bin NICHT süchtig. ich schleppe nur überall mein notebook mit mir rum und wenn ich...

Dolchi 04. Dez 2007

Tja, leider Thema verfehlt ^^...schade wenn man nicht lesen kann

hoffnungslos 04. Dez 2007

...sondern nur Leute die man noch nicht genau genug untersucht hat.



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